Erbliche Netzhautdystrophien: KI untersucht lichtempfindliche Zellen der Netzhaut17. September 2024 A) Infrarot-Reflexions-Aufnahme des Augenhintergrunds mit AOSLO-Montage und Lage eines einzelnen AO-Bildes bei 7° temporal (orangefarbenes Rechteck). B) Horizontaler Ausschnitt eines einzelnen AOSLO-Bildes. Das violette Rechteck zeigt die Lage in C. C) Darstellung einzelner Zapfen- und Stäbchen-photorezeptoren. Das blaue Rechteck zeigt die Lage in D. D) In der weiteren Vergrößerung: Zapfen- und Stäbchen-Photorezeptoren durch gelbe Kreise bzw. lila Punkte markiert.Foto.©Universitätsklinikum Bonn Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat dem Forschungsprojekt „Selektive Quantifizierung von Photorezeptoren bei Netzhautdystrophien mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) und künstlicher Intelligenz (KI)“ 213.000 Euro bewilligt. Das innovative Projekt wurde von Dr. Leon von der Emde, Assistenzarzt an der Augenklinik am Universitätsklinikums Bonn (UKB), initiiert und zielt darauf ab, die Verteilung und Dichte der Photorezeptoren in der Netzhaut mittels hochauflösender OCT und KI zu erforschen. Die Ergebnisse dieses Projekts könnten zu einem besseren Verständnis von genetisch bedingten Netzhauterkankungen und der Entwicklung neuer, zielgerichteter Behandlungsstrategien beitragen. Netzhautdegenerationen sind genetisch bedingte Erkrankungen, die oft bereits im Kindesalter zur Erblindung führen können. Traditionelle Untersuchungsmethoden umfassen aufwändige Tests, die zeitintensiv und für die Patienten belastend sind. „Mit diesem Projekt wird eine schnelle und präzise Methode zur differenzierten Darstellung und Messung der Photorezeptoren entwickelt“, führt von der Emde aus. Im Fokus steht dabei die Nutzung von OCT-Scans, um die Außensegmentspitzen der Stäbchen und Zapfen darzustellen. Sollte es gelingen, diese neu identifizierten Merkmale als Biomarker für die Dichte der Photorezeptoren direkt im Auge zu verwenden, könnte dies die Diagnose und Überwachung von erblichen Netzhautdegenerationen deutlich erleichtern. Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, die Dicke der Außensegmentspitzen in den OCT-Daten mit Ergebnissen aus der adaptiven Optik Scanning Laser Ophthalmoskopie (AOSLO) und histologischen Schätzungen der Photorezeptordichte von Spendergewebe in Verbindung zu bringen. Das AOSLO-Labor wird von Dr. Wolf Harmening geleitet mit einem in Europa einzigartigem Set-Up. Zudem soll untersucht werden, ob und wie der Verlust der Funktion der Photorezeptoren mit bestimmten sichtbaren Veränderungen in den OCT-Bildern zusammenhängt. „Die Ergebnisse dieses Projekts könnten zu einem besseren Verständnis von Netzhautdegenerationen und der Entwicklung neuer, zielgerichteter Behandlungsstrategien beitragen. Dies wäre ein bedeutender Fortschritt für die medizinische Forschung und die betroffenen Patienten“, erklärt Prof. Dr. Frank G. Holz, Direktor der Augenklinik am UKB. Die Bewilligung der DFG-Mittel unterstreicht die Bedeutung und dass Potenzial dieses Forschungsprojekts, das einen wichtigen Beitrag zur Augenheilkunde und zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit Netzhautdystrophien leisten könnte.
Mehr erfahren zu: "Editorial: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Die Ausbildung junger Augenärztinnen und Augenärzte im internationalen Vergleich" Weiterlesen nach Anmeldung Editorial: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Die Ausbildung junger Augenärztinnen und Augenärzte im internationalen Vergleich Prof. Uwe Pleyer von der Augenklinik der Charité – Universitätsmedizin Berlin berichtet an dieser Stelle regelmäßig über aktuelle ophthalmologische Themen. Dieses Mal wirft er einen kritischen Blick auf die fachärztliche […]
Mehr erfahren zu: "Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten" Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten Die große Mehrheit der deutschen Krankenhäuser ist in finanziell prekärer Lage. Die Einsparungen der Bundesregierung werden die Not einer Umfrage unter Klinikchefs zufolge noch vergrößern.
Mehr erfahren zu: "Was künstliche Sehsysteme vom Gehirn lernen können" Was künstliche Sehsysteme vom Gehirn lernen können Forschende des Tübinger Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung haben untersucht, wie sich die Robustheit künstlicher Sehsysteme verbessern lässt. Ihre Ergebnisse zeigen, dass bestimmte Prinzipien der visuellen Verarbeitung im Gehirn dabei helfen […]