ERC für die frühe Diagnose von Parkinson11. Dezember 2024 PD Dr. Michael Sommerauer vom Zentrum für Neurologie. (Quelle: Privat) PD Dr. Michael Sommerauer forscht am Universitätsklinikum Bonn (UKB) zur Parkinson-Früherkennung und ist hierfür nun mit einem Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) ausgezeichnet worden. Die Parkinson-Krankheit wird meist erst dann erkannt, wenn bereits deutliche motorische Störungen auftreten und viele Nervenzellen untergegangen sind. „Dann ist es zu spät, um wirksame Therapien zu identifizieren, die den Krankheitsverlauf verlangsamen oder stoppen könnten“, berichtet PD Dr. Michael Sommerauer. „Deshalb ist es so wichtig, die Krankheit früher zu erkennen – noch bevor Symptome auftreten, die die Alltagsfunktionen stören.“ Das Projekt „Re-Start PD“ soll helfen, Parkinson frühzeitig zu erkennen, den frühen Verlauf besser zu verstehen und damit neue Therapien zu entwickeln. Der ERC fördert das Vorhaben in den kommenden fünf Jahren mit fast 2,5 Millionen Euro. Der Wissenschaftler ist über ein Advanced Clinician Scientist Stipendium der Medizinischen Fakultät der Universität nach Bonn gekommen. In der Klinik für Parkinson, Schlaf- und Bewegungsstörungen am Zentrum für Neurologie des UKB ist er für das Schlaflabor zuständig und untersucht dort als Schwerpunkt Schlafstörungen als Warnsymptom für Parkinson. „Bei bestimmten Personen ist die REM-Schlaf-Verhaltensstörung eine Vorstufe von Parkinson”, erklärt Sommerauer. Er bietet hierfür auch eine eigene Sprechstunde für Betroffene an und konnte mit Kollegen aus Holland und Österreich mehr als eine Million EU-Gelder einwerben, um Parkinson durch mehr Bewegung vorzubeugen. „Der ERC reiht sich damit also sehr gut in meine bisherige Tätigkeit ein“, sagt der Forscher. Ziel ist ein Früherkennungssystem für Parkinson mit einer Tablet-App für große Bevölkerungsgruppen. Hierfür kooperiert er eng mit weiteren Forschenden aus Bonn, München, Marburg, Oxford und Boston. Sommerauer arbeitete in den vergangenen sechs Jahren an der Uniklinik Köln im Fachbereich Neurologie und habilitierte sich über „Schlaf-Wach-Störungen bei Morbus Parkinson“. Dort bewarb er sich um den ERC Consolidator Grant, den er nun in Bonn bekommt. Zuvor war der Mediziner am Aarhus University Hospital und am UniversitätsSpital Zürich.
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