Erfolg für Nationale Herz-Allianz: Gesundheitsministerium stärkt Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen6. November 2023 DGK-Präsident Holger Thiele. Foto: ©HKM/Ronny Kretschmer Das Bundesgesundheitsministerium plant konkrete Schritte zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten. Neben Krebs und Demenz wird erstmals auch ein Schlaglicht auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen geworfen. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) sieht damit ihre Bemühungen im Rahmen der Nationalen Herz-Allianz bestätigt. Es ist Bewegung in die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gekommen. Am 30. Oktober kündigte Gesundheitsminister Karl Lauterbach an, schon in Kürze einen Entwurf für ein Präventionsgesetz vorzulegen, das vor allem die Früherkennung und Behandlung von Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbessern soll. Bereits jetzt sind schon sehr konkrete Handlungsfelder in einem Impulspapier des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) formuliert, wie das „Deutsche Ärzteblatt“ und die „Deutsche Apotheker Zeitung“ berichten. Diese sind: Einführung eines strukturierten Programms zur Früherkennung von kardiovaskulären Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen (insb. Screening auf Familiäre Hypercholesterinämie) Einführung eines strukturierten Programms zur Früherkennung von kardiovaskulären Erkrankungen bei Erwachsenen (in verschiedenen Altersstufen) Stärkung von Programmen für das Disease-Management und Verbesserung der leitliniengerechten Therapie Reduktion von Nikotinkonsum und Verbesserung der Primärprävention In dieselbe Kerbe schlägt Lauberbachs Ankündigung, ein Bundesinstitut für Prävention und Aufklärung in der Medizin (BIPAM) aufbauen zu wollen. Neben Krebs und Demenz solle sich das neue Institut auch um die Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kümmern. Eine im Mai 2023 vorgestellte Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) und des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung war hierfür sicherlich mit ausschlaggebend. Dieser zufolge gibt Deutschland im direkten Vergleich von 16 westeuropäischen Ländern am meisten für die Gesundheit aus und zählt gleichzeitig bei der durchschnittlichen Lebenserwartung seiner Bevölkerung nur zu den Schlusslichtern. Die Gründe hierfür seien hauptsächlich Defizite bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Schon länger fordern kardiovaskuläre Fachgesellschaften eine Verbesserung von Forschungsbedingungen und Präventionsmaßnahmen in Deutschland. Die Nationale Herz-Allianz ist eine Initiative der DGK und weiterer herzmedizinischer Fachgesellschaften und Patientenvertretung, mit dem Ziel, die Forschung und Patientenversorgung im Bereich Herzgesundheit zu verbessern. Bereits 2021 machten sie sich für eine Nationale Herz-Kreislaufstrategie mit vier wesentlichen Säulen stark: Koordinierung von Grundlagen- und translationaler Forschung Aufbau eines interdisziplinären und intersektoralen Versorgungsnetzwerkes für Herz-Kreislauf-erkrankte Patientinnen und Patienten Digitalisierungsoffensive, u. a. für eine flächendeckende Versorgung mit Telemonitoring-Zentren und Etablierung einer elektronischen Patientenakte Eine nationale Initiative zur Früherkennung von Risikopatientinnen und -patienten Eines der Früherkennungsprojekte der Nationalen Herz-Allianz – VRONI im Norden – wurde nun vom Bundesgesundheitsministerium aufgegriffen. Prof. Holger Thiele, Präsident der DGK: „Zu VRONI im Norden kann man sagen, dass das Programm in Bayern unter der Leitung von Prof. Heribert Schunkert ins Leben gerufen wurde. In fast 300 Kinderarztpraxen wird mit Kapillarblut auf eine familiäre Hypercholesterinämie systematisch gescreened. Dieses Programm wird jetzt mit VRONI im Norden auf Niedersachsen ausgeweitet und die Finanzierung ist über die Deutsche Herzstiftung, die Dr. Rolf M. Schwiete-Stiftung und die Nationale Herz-Allianz via der DGK sichergestellt.“ Weiter betont er: „Wir freuen uns natürlich, dass die Aktivitäten der DGK und auch die der Nationalen Herz-Allianz zunehmend Früchte tragen. Die DGK unterstützt das BMG inhaltlich und fachlich, wenn es zum Beispiel um Fragen der Primär- oder Sekundärprävention sowie um Initiativen zum Rauchstopp geht.“
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