Erforschung neuer Diagnostikmöglichkeiten am Herzmuskel wird mit einer Million Euro gefördert

Eckart Hesse (li.) und Iwan Schie von der EAH Jena an einem Endoskopiemessplatz. Foto: Christina Nolte/EAH Jena

Forschende von der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena entwickeln ein Sonden-basiertes System, das bei einer Myokarditis präzise Informationen über die Veränderungen des Gewebes liefern soll. Ihr Vorhaben unterstützt die Carl-Zeiss-Stiftung mit einer Million Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

Im Projekt „Erforschung und Translation eines multimodalen optischen Katheters für kardiovaskuläre Diagnostik (OptoCarDi)“ wird als alternativer Ansatz ein optischer Katheter zur marker- und zerstörungsfreien Diagnostik des Herzgewebes entwickelt. Der Einsatz von multimodalen optischen Technologien in der intrakardialen Bildgebung wird nach Ansicht der EAH neue diagnostische Möglichkeiten für die Charakterisierung von Herzerkrankungen eröffnen – beispielsweise der Myokarditis.

Der Goldstandard für die Diagnose ist die Endomyokardbiopsie, welche im Vergleich zu allen anderen Methoden auch die Beurteilung des Grades der Entzündung ermöglicht und gegebenfalls die Bestimmung der Ursache zulässt. Diese wird jedoch aus Sorge vor Komplikationen nur zurückhaltend eingesetzt, was zu einer nichtpersonalisierten Behandlung der Patientinnen und Patienten sowie zur Erhöhung der Sterberate beiträgt.

Durch das Projekt OptoCarDi könne eine Verbesserung der kardiologischen Diagnostik in Zukunft ohne Probenentnahme erreicht werden, wie es von der EAH heißt. „Ärztinnen und Ärzte können mit der Technologie zukünftig nicht nur Patientinnen und Patienten zielgerichteter behandeln, sondern auch einfacher die Empfehlung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie hinsichtlich der Durchführung der Diagnostik von Ursache und Grad der Myokarditis umsetzen“, sagt Projektkoordinator Prof. Iwan Schie von der EAH Jena.

Das Vorhaben vereint wissenschaftliche Expertise aus den Bereichen der biomedizinischen Technik (Prof. Iwan Schie, EAH Jena), der miniaturisierten optischen Sensorik (Prof. Robert Brunner, EAH Jena) und der Kardiologie (Prof. Möbius-Winkler, Universitätsklinikum Jena). Weitere Partner aus der Wirtschaft und Wissenschaft sind eingebunden.