Ergebnisse eines neurokognitiven Testverfahrens in der Audiologie2. August 2018 Foto: © rocketclips – Fotolia.com Die Ergebnisse eines neurokognitiven Tests für ältere hörgeschädigte Menschen liefern laut einer aktuellen Studie wichtige Hinweise für möglichst effektive Behandlungsstrategie. Angesichts des demografischen Wandels der Gesellschaft und einem stetig steigenden Durchschnittsalter der Bevölkerung werden neurokognitive Fähigkeiten im Bereich der Hörrehabilitation immer wichtiger. Ziel einer aktuellen Studie von HNO-Ärzten der Ruhruniversität Bochum war die Untersuchung eines neuen neurokognitiven Testverfahrens: Mithilfe von Aufgaben am PC soll herausgefunden werden, ob sich dieses Verfahren auch für ältere Patienten mit und ohne Einschränkung des Hörvermögens eignet und ob sich dieser neurokognitive Test in die otolaryngologische Praxis integrieren lässt. An der Studie nahmen 171 Patienten teil (Mindestalter 50 Jahre, mit und ohne eine beidseitige Hörbeeinträchtigung). Von diesen 171 Patienten gehörten 90 zur Altersgruppe zwischen 50 und 64 Jahren, 81 Patienten waren älter als 65. Mithilfe eines PC-basierten Tests mit rein visuell vermittelten Anweisungen wurden die Aufmerksamkeit, die Verarbeitungsgeschwindigkeit sowie das Kurz- und Langzeitgedächtnis überprüft; der Test beinhaltete auch exekutive Funktionen. Vor dem bewertetem Testdurchlauf wurde von den Probanden ein durch einen geschulten Mitarbeiter überwachter Probedurchgang absolviert. Obwohl der Test auch unabhängig von Alter oder Hörvermögen zu bestehen war, benötigten die Patienten mit Schädigung des Gehörs etwa 15 Minuten länger für die Absolvierung; außerdem empfanden die hörgeschädigten Probanden den Test als anstrengender als die Probanden ohne Hörschaden (71 % gegenüber 63 %). Patienten in der mittleren Altersklasse bewerteten die Durchführbarkeit des Tests für Menschen höheren Alters mit 30 % kritischer als die höhere Altersgruppe selbst (10 %). Dieser kognitive Test für ältere hörgeschädigte Menschen ist nach Dafürhalten der Autoren problemlos in den Alltag einer HNO-Klinik zu integrieren. Anhand der Testergebnisse erhält der HNO-Arzt wichtige Hinweise zur Entwicklung einer möglichst effektiven Behandlungsstrategie bei Hörschäden. (am)
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