Erhöhte Amyloid-Werte im Gehirn scheinen Vorboten der Alzheimer-Erkrankung zu sein

Alzheimer Krankheit
Neurone mit Amyloid-Plaques © Juan Gärtner – fotolia.com

Bei älteren Menschen mit vermehrten Amyloid-Plaques und ansonsten normaler Kognition verschlechtern sich die geistigen Fähigkeiten schneller, was auf eine Alzheimer-Erkrankung hindeutet. Dies geht aus einer Studie kalifornischer Wissenschaftler hervor. Diese schlussfolgern daraus, dass Amyloid-Plaques nicht nur ein Risikofaktor, sondern der früheste Vorbote vor Auftreten erster Symptome sind.

„Um den größten Einfluss auf die Erkrankung zu nehmen, müssen wir so früh wie möglich gegen Amyloid vorgehen“, sagte Paul Aisen, Direktor des USC Alzheimer‘s Therapeutic Research Institute (ATRI) an der Keck School of Medicine.

Die Wissenschaftler um Dr. Michael C. Donohue von der University of Southern California hatten für ihre Studie bei 445 kognitiv unauffälligen Personen eine Liquor- und PET-Untersuchung durchgeführt, um den Amyloidgehalt im Gehirn zu bestimmen. 234 Studienteilnehmer zeigten normale, 202 erhöhte Amyloid-Werte. Das Durchschnittsalter der Probanden betrug 74 Jahre. Mit kognitiven Tests ­erfassten die ­Wissenschaftler die geistigen Fähigkeiten der Studienteilnehmer. Die Studie lief über insgesamt zehn Jahre, wobei die einzelnen Studienteilnehmer für durchschnittlich 3,1 Jahre beobachtet wurden.

Dabei zeigte sich, dass Personen mit erhöhten Amyloid-Werten nach vier Jahren durchschnittlich schlechter bei den ­kognitiven Tests abschnitten als Studienteilnehmer mit ­normalen Amyloid-Werten. Nach vier Jahren hatten 32 Prozent der Personen mit erhöhtem Amyloid Symptome ent­wickelt, die einem frühen Alzheimer-Stadium entsprechen, während es in der Gruppe mit normalem Amyloid nur 15 Prozent waren.

Analysierten die Forscher nur die Daten der Teilnehmer, die sie über zehn Jahre beobachtet hatten, zeigten 88 Prozent der Personen mit erhöhtem Amyloid signifikante Verschlechterungen ihrer kognitiven Fähigkeiten. In der Gruppe mit normalem Amyloid waren nur 29 Prozent betroffen.

„Auch wenn die Interpretation der Ergebnisse durch den ­geringen Anteil an Studienteilnehmern beeinflusst wird, die über zehn Jahre hinweg beobachtet werden konnten, deuten sie doch darauf hin, dass die präklinische Alzheimer-Demenz, definiert als klinisch unauffällige Personen mit erhöhten Amyloid-Spiegeln im Gehirn, die Prodromalphase der Alzheimer-Demenz zu sein scheint. Auch wenn unsere Studie nicht den kausalen Zusammenhang zwischen erhöhtem Amyloid und anschließendem kognitiven Verfall belegt, stützt sie doch andere, beispielsweise genetische Daten, die auf die kritische Rolle des Amyloids in der Neurobiologie der Alzheimer-Demenz hindeuten“, schreiben die Autoren.

Eine weitere Einschränkungen der Studie war, dass Studienteilnehmer in der Gruppe mit erhöhten Amyloid-Werten vereinzelt, aber doch häufiger als in der Vergleichsgruppe, Antidementiva einnahmen, was die Progression des kognitiven Verfalls verlangsamt und damit die Unterschiede zwischen den Gruppen ­reduziert haben könnte.

Autoren: Donohue MC et al.
Studie: Association Between Elevated Brain Amyloid and Subsequent Cognitive Decline Among Cognitively Normal Persons
Quelle: JAMA. 2017;317(22):2305-2316.
Web: http://jamanetwork.com/journals/jama/article

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