Erhöhtes Blasenkrebsrisiko bei BPH

BPH: nicht nur unangenehm, auch ein Krebsrisiko. Grafik: Kateryna_Kon – Fotolia.com

Eine aktuelle Kohortenstudie aus Taiwan unterstützt die Ansicht, dass eine Benigne Prostatahyperplasie (BPH) das Risiko für Blasenkrebs erhöht.

Die Autoren um Chu-Wen Fang vom Chi Mei Medical Center in Tainan stellten 17.546 BPH-Patienten aus der taiwanesischen Krankenversicherungsdatenbank ebenso vielen nicht an BPH erkrankte Männern gegenüber, die in Bezug auf Alter und Index-Jahr zu diesen passten.

Es zeigte sich, dass die BPH-Patienten ein höheres Blasenkrebsrisiko hatten (attributables Risiko [AR]: 0,81 pro 1000 Personenjahren). Das Risiko war 4,69- beziehungsweise 4,11-fach höher (einfaches bzw. angepasstes Cox-Modell, 95%-KI 4,15–6,99 bzw. 2,70–6,26). 

Das AR war am höchsten bei den 65- bis 74-jährigen (AR: 1,33). BPH-Patienten mit chronischer Nierenerkrankung hatten ein höheres Blasenkrebsrisiko. Das gilt auch für Patienten, die sich wegen ihrer BPH einer transurethralen Prostataresektion (TURP) unterzogen hatten (AR 1,69; HR 6,17; 95%-KI 3,68–10,3) gegenüber solchen, die solch einen Eingriff nicht erhalten hatten. (AR 0,69; HR 3,73; 95%-KI 2,43–5,74).

Die Autoren schränken ein, dass es sich um eine retrospektive Studie handelte, und fordern weitere Untersuchungen.

(ms)

Publikation:

Fang CW, Liao CH, Wu SC et al. Association of benign prostatic hyperplasia and subsequent risk of bladder cancer: an Asianpopulation cohort study. World J Urol. 2018 Jun;36(6):931-938.