Ernährung bei AMD: Mittelmeerdiät und AREDS2 wirken gemeinsam am besten31. August 2026 Bestandteile der mediterranen Diät. (Foto: exclusive-design/stock.adobe.com) Eine aktuelle Literaturübersicht fasst die Evidenz zu Ernährung und Supplementierung von Mikronährstoffen bei altersbedingter Makuladegeneration (AMD) zusammen. Daraus leitet sie praxisnahe Empfehlungen für alle Krankheitsstadien ab. Im Rahmen der Arbeit wurde die Literatur zum Zusammenhang zwischen Ernährung, oraler Mikronährstoffsupplementierung und AMD-Progression selektiv ausgewertet. Dies geschah auch im Hinblick auf das Krankheitsstadium. Als Quellen dienten die Age-Related Eye Disease Studies (AREDS/AREDS2) aus den USA. Zudem wurden große epidemiologische Kohortenstudien aus Europa und Nordamerika berücksichtigt. Die Mittelmeerdiät wirkt in jedem AMD-Stadium Über alle Krankheitsstadien hinweg bestätigte sich, was schon lange empfohlen wird. Eine stärkeres Einhalten der Mittelmeerdiät geht durchgängig mit einer deutlich langsameren AMD-Progression einher. Diese Ernährungsweise zeichnet sich im Allgemeinen nicht durch strenge Regeln aus. Vielmehr besteht sie durch eine ausgewogene Zusammensetzung aus vollwertigen, möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln. Zu den Kernmerkmalen der Mittelmeerdiät gehören: eine hohe Zufuhr von Gemüse, ganzen Früchten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkornprodukten, die großzügige Verwendung von nativem Olivenöl extra, ein moderater Verzehr von Fisch und anderen Quellen für Omega-3-Fettsäuren, eine geringe bis mäßige Aufnahme von Milchprodukten, eine geringe Aufnahme von rotem und verarbeitetem Fleisch sowie ein minimaler Verzehr von raffiniertem Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln. Ein mäßiger Weinkonsum zu den Mahlzeiten ist in einigen traditionellen Definitionen enthalten. Allerdings ist zu beachten, dass die Weltgesundheitsorganisation erst kürzlich festgestellt hat, dass es keine sichere Menge an Alkoholkonsum gibt. Hoher Fischverzehr besonders protektiv In der AREDS-Studie entwickelten Teilnehmer mit früher AMD, die sich stärker an die Mittelmeerdiät hielten, signifikant seltener eine intermediäre AMD. Bei AREDS/AREDS2-Teilnehmern mit intermediärer AMD war eine höhere Einhaltung der Mittelmeerdiät stark mit einem verringerten Risiko für das Fortschreiten zu später AMD assoziiert. Besonders für die geografische Atrophie (GA) zeigte sich der Effekt. Dabei wirkte ein erhöhter Fischverzehr insgesamt am stärksten protektiv. Danach folgte ein höherer Gemüse- und verringertem Konsum von rotem Fleisch. GA: Die richtige Ernährung bremst das Fortschreiten Auch bei Patienten mit bereits bestehender GA war die Mittelmeerdiät mit einer deutlich langsameren Vergrößerung der Areale und Ausdehnung in Richtung Fovea assoziiert. Für diesen Effekt waren auch hier insbesondere ein höherer Obst- und Gemüsekonsum sowie ein geringerer Verzehr von rotem Fleisch ausschlaggebend. Außerdem spielte der Verzicht auf Alkohol eine Rolle. AREDS2-Mikronährstoffe ergänzen die Ernährung Die orale Mikronährstoffsupplementierung mit der AREDS2-Formulierung reduzierte bei Personen mit intermediärer AMD (oder fortgeschrittener Erkrankung an einem Auge) die Progression zu später AMD. Zudem verlangsamte sie die Ausdehnung extrafovealer GA in Richtung Fovea. Die Vorteile einer gesunden Ernährung und der AREDS2-Supplementierung erwiesen sich als komplementär. Sie wirkten über unterschiedliche Mechanismen zusammen. Wissenswert für die Praxis Patienten mit AMD sollten eine mediterrane Ernährungsweise oder zumindest eine ähnliche Ernährung einhalten, da diese in allen Krankheitsstadien der AMD von Nutzen zu sein scheint. Dabei erscheint eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährung einer fleischbasierten insbesondere bei später AMD mit GA überlegen. Die AREDS2-Formulierung wird für Personen mit intermediärer oder fortgeschrittener AMD empfohlen. Sie kann besonders hilfreich für Patienten mit extrafovealer GA sein. Da die mediterrane Diät und Supplementierung von Mikronährstoffen komplementär wirken, sollten sie den Autoren zufolge für einen maximalen Nutzen gemeinsam eingesetzt werden. (ak/BIERMANN)
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