Erste Professur für Ambulante Allgemeine Pädiatrie und Pädiatrische Infektiologie ausgeschrieben14. Oktober 2025 Blick auf den Medizincampus der Universität Augsburg. (Foto: © Universität Augsburg/Peter Neidlinger) Die Universitätsklinik Augsburg schreibt erstmals in Deutschland eine Professur für Ambulante Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin und Pädiatrische Infektiologie aus. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ) und die Deutsche Gesellschaft für Ambulante Allgemeine Pädiatrie (DGAAP) begrüßen dies. Mit der neu geschaffenen Professur für Ambulante Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin und Pädiatrische Infektiologie halte nun auch die ärztliche Primärversorgung von Kindern und Jugendlichen Einzug in die universitäre Lehre und Versorgungsforschung, freute sich Dr. Michael Hubmann, Präsident des BVKJ, über die bundesweit erste Professur dieser Art. „Dies ist ein Meilenstein in der deutschen Kinder- und Jugendmedizin.“ Seit ihrer Gründung in den 2010er-Jahren bemüht sich die DGAAP, die primärversorgende Facette der Kinder- und Jugendmedizin an den medizinischen Fakultäten zu etablieren. Diese Gelegenheit bietet sich nun an der erst jüngst gegründeten medizinischen Fakultät mit Modellstudiengang an der Universität Augsburg. Nach politischer Unterstützung durch den bayerischen Landtag, unter anderem im „Pakt für Kinder- und Jugendgesundheit“, hat das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst nun den Weg für eine Professur freigemacht. Häufige Infektionen sind wissenschaftlich wenig erforscht Die Kombination mit dem in der Pädiatrie wichtigen Fach der Infektiologie eröffne die Möglichkeit, sich wissenschaftlich stärker der Erforschung ambulanter Infektionskrankheiten zu widmen, erklärten BVKJ und DGAAP. Eine enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten im Rahmen bestehender Praxisforschungsnetzwerke und landesweit etablierter Qualitätszirkel lasse einen großen Benefit für das Verständnis, die Weiterentwicklung einer modernen evidenzbasierten Diagnostik und rationalen Therapie für die Behandlung im Alltag häufiger, aber oft wenig wissenschaftlich untersuchter Infektionen, erwarten. Mit Blick auf das Durchschnittsalter bayerischer Kinder- und Jugendärzte, das dem KVB-Versorgungsatlas zufolge inzwischen bei knapp 60 Jahren liege, werde die Notwendigkeit mehr als offensichtlich, die Ausbildung über die vielfältigen Besonderheiten in der Gesunderhaltung und Behandlung von Kindern und Jugendlichen für alle Fachgebiete der Medizin zu fördern und wissenschaftlich zu evaluieren, erklärten BVKJ und DGAAP. Großteil der Pädiatrie findet in Kinderarztpraxen statt Sozialpädiatrie, Impfungen, Entwicklungsdiagnostik im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen und langfristige Begleitung chronisch kranker Kinder seien nur einige Felder, die nahezu ausschließlich in primärversorgenden Praxen stattfinden. Ein Netzwerk von Lehrpraxen, die der Universität assoziiert sind, tragen im Rahmen der akademischen Ausbildung dazu bei, gesunde und kranke Kinder in ihrer Entwicklung und ihren Bedürfnissen verstehen zu lernen. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung warne seit Jahren davor, dass die ambulante Versorgung der Kinder- und Jugendlichen gefährdet sei. Dem trügen der Freistaat und die medizinische Fakultät Augsburg mit dieser neuen Professur Rechnung und hätten die volle Unterstützung der pädiatrischen Fachverbände BVKJ und DGAAP, erklärte Dr. Ulrike Gitmanns, Präsidentin der DGAAP. Die Bewerbungsfrist für die W2-Professur endet am 14. November 2025.
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