Review zeigt die besten kurzfristigen Therapieoptionen bei ADHS auf4. Dezember 2025 Foto: © Berit Kessler – stock.adobe.com) Ein Umbrella-Review zur ADHS-Therapie bestätigt, dass Medikamente für Kinder und Erwachsene sowie kognitive Verhaltenstherapie für Erwachsene die wirksamsten Behandlungsansätze sind. Für die Übersichtsarbeit haben Forschende unter der Leitung der Université Paris Nanterre (Frankreich), des Institut Robert-Debré du Cerveau de l’Enfant (Frankreich) und der University of Southampton (Großbritannien) mehr als 200 Metaanalysen zu verschiedenen Behandlungsarten, Teilnehmergruppen und klinischen Ergebnissen der ADHS-Therapie ausgewertet. Zudem hat das Team eine interaktive Website erstellt, auf der die Ergebnisse und die Evidenz hinter jeder Behandlung auf der Grundlage der Überprüfung klar dargestellt werden. Solide Evidenzbasis für die kurzfristige Therapie „Wir wissen, dass Menschen mit ADHS und ihre Familien oft von widersprüchlichen Aussagen darüber, welche Behandlungen wirken, überfordert sind“, erklärte Prof. Samuele Cortese, NIHR-Forschungsprofessor an der Universität Southampton und leitender Autor der Studie. „Die Website ‚Evidence-Based Interventions for ADHD‘ bietet frei zugängliche, evidenzbasierte und kontinuierlich aktualisierte Informationen in leicht verständlicher Form. Nach unserem Kenntnisstand ist dies die weltweit erste Plattform, die dies auf der Grundlage einer so rigorosen Synthese der verfügbaren Evidenz tut.“ Insgesamt erwiesen sich fünf Medikamente bei Kindern und Jugendlichen sowie zwei Medikamente und kognitive Verhaltenstherapie (KVT) bei Erwachsenen als wirksam, wobei sie den Forschenden zufolge durch eine relativ solide Evidenzbasis gestützt wurden. Entscheidend ist, dass sich alle diese Erkenntnisse auf den kurzfristigen Bereich beschränken, obwohl in der klinischen Praxis eine Langzeitbehandlung üblich ist. Wenig Evidenz zur Langzeitwirksamkeit Auch ADHS-Therapien wie Akupunktur, Achtsamkeitstraining und Bewegung zeigten vielversprechende Ergebnisse, aber die Evidenz für ihre Anwendung war aufgrund der geringen Teilnehmerzahl und des Risikos einer Verzerrung von geringer Qualität. Diese Einschränkungen galten für Studien zur Bewertung der kognitiven Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen sowie für die Forschung zu den Langzeitwirkungen von Achtsamkeit bei Erwachsenen. Dabei war Achtsamkeitstraining die einzige Intervention, die bei einer längeren Nachbeobachtung große positive Wirkungen zeigte. Dr. Corentin Gosling, außerordentlicher Professor an der Universität Paris Nanterre und erster Hauptautor der Studie, sagt: „Lange Wartelisten für psychologische Dienstleistungen sind ein großes Problem. Falsche Informationen über Behandlungen können den Weg der Betroffenen noch erschweren, indem sie beispielsweise Zeit und Geld für nicht evidenzbasierte Ansätze verschwenden. Ergänzung zu internationalen Leitlinien „Im Gegensatz dazu kann die zeitaufwendige Überprüfung aller Behandlungsoptionen im Rahmen eines gemeinsamen Entscheidungsprozesses unter Verwendung der von uns entwickelten Web-App Menschen mit ADHS stärken, was zu einer besseren Einhaltung der Behandlung, verbesserten Ergebnissen und einer insgesamt besseren Patientenerfahrung führt.“ Den Forschenden zufolge ergänzen die Ergebnisse im Allgemeinen die aktuellen internationalen klinischen Leitlinien. Zudem decken sie auch Interventionen ab, die in klinischen Leitlinien normalerweise nicht erwähnt werden. Ein ähnliches Projekt haben die Forschenden bereits für die Behandlung von Autismus-Spektrum-Störungen realisiert.
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