Höhere Umgebungstemperatur während der Schwangerschaft ist mit geringerem fetalen Wachstum assoziiert3. Juni 2026 Foto: Михаил Решетников/stock.adobe.com Eine aktuelle Studie von Forschenden der Medizinischen Universität Wien, der Universität Wien (Österreich) und der University of Calgary (Kanada) zeigt, dass höhere Umgebungstemperaturen während bestimmter Phasen der Schwangerschaft mit einer geringeren Körperlänge von Neugeborenen assoziiert sind. Die Basis der Untersuchung bildeten Daten von mehr als 1,2 Millionen Einlingsgeburten in Österreich aus den Jahren 1984 bis 2014. Für die Auswertung kombinierten die Wissenschaftler diese mit detaillierten Temperaturaufzeichnungen aus 39 Bezirken. Die aktuell im Journal „American Journal of Human Biology“ veröffentlichten Ergebnisse rücken eine bislang kaum beachtete Auswirkung der Klimaerwärmung ins Blickfeld. Neben der Umgebungstemperatur analysierte das Forschungsteam um Prof. Thomas Waldhör vom Zentrum für Public Health der MedUni Wien auch weitere relevante Einflussfaktoren auf das fetale Wachstum. Dazu zählen Alter und Bildungsstand der Mutter, das Geschlecht des Kindes, die Schwangerschaftsdauer, das Geburtsjahr, die Anzahl vorheriger Geburten sowie die Herkunft. Phasenweise Einfluss auf Körperlänge des Neugeborenen Die Ergebnisse zeigen: Höhere Umgebungstemperaturen stehen in bestimmten Phasen der Schwangerschaft mit einer geringeren Körperlänge des Neugeborenen in Zusammenhang. Besonders deutlich ist dieser Effekt in den ersten Wochen nach der Empfängnis sowie erneut ab etwa der 15. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt. In der mittleren Phase der Schwangerschaft (Wochen zehn bis 14) konnte hingegen keine Verbindung festgestellt werden. Insgesamt fällt der beobachtete Effekt zwar relativ klein aus: Eine rechnerische Verschiebung des Geburtstermins von Januar auf Oktober geht im Durchschnitt mit einer um etwa 0,8 Millimeter geringeren Körperlänge bei Geburt einher. Dennoch liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise darauf, dass Umweltfaktoren wie Temperatur das fetale Wachstum beeinflussen können. „Die Studie zeigt, dass Hitzeexposition in der Schwangerschaft wissenschaftlich und gesundheitspolitisch stärker berücksichtigt werden sollte“, betont Waldhör. „Angesichts der Klimaerwärmung mit weiter steigenden Temperaturen braucht es jedenfalls weitere Studien, um Mechanismen besser zu verstehen und Präventionsstrategien für schwangere Frauen zu entwickeln.“
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