Erster virtueller DGU-Kongress startete mit Pannen

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Der 72. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) hat begonnen. Aufgrund der Corona-Pandemie wird das Kongressprogramm ausschließlich online präsentiert. Dabei lief zu Beginn nicht alles reibungslos.

Um 8 Uhr sollten die ersten Vorträge abrufbar sei, und um 9.15 Uhr war die Eröffnungssitzung terminiert. Stattdessen klärte ein Banner mit Laufschrift auf der virtuellen Kongress-Plattform die Besucher auf, dass aufgrund “einiger technischer Probleme” der Zugang zur Live-Übertragung derzeit nicht möglich sei. Um 10.10 Uhr kam dann die E-Mail-Nachricht: “Mit Freude können wir vermelden, dass wir nun online sind.”

Die Eröffnungsveranstaltung war nicht, die Vortragssitzungen waren erst am früheren Nachmittag zugänglich.

Wie der Generalsekretär der DGU, Prof. Maurice Stephan Michel, später während des ersten Forums zum Thema “Prostatakrebs – Prävention und Screening” erklärte, hatten die Veranstalter mit einem Computervirus zu kämpfen – Ironie des Schicksals, bedenkt man, dass ein reales Virus die Online-Form des Kongresses erst nötig machte. Michel musste anschließend seinen Vortrag frei halten, seine Präsentation konnte nicht gezeigt werden.

Abgesehen von den technischen Problemen erscheint die Art der Präsentation nicht unbedingt auf dem bestmöglichen Niveau zu liegen: Innerhalb einer fast bildschirmfüllenden Illustration, die einen publikumsbesetzten Kongress-Saal darstellen soll, werden die Präsentationen nur als kleines Fenster anstelle der Leinwand dargestellt. Vergrößert man dieses auf “Fullscreen”, dann erscheint die Schrift unscharf, wodurch die Information bei Tabellen und Diagrammen teilweise schlecht vermittelbar ist.

Die virtuelle Ausrichtung von Kongressen steckt, so scheint es, noch in den Kinderschuhen. Immerhin lässt sich zugestehen, dass die Kongressplattform selbst ansprechend gestaltet ist: Durch virtuelle Türen geht es in “Strang 1” und “Strang 2” des Live-Kongresses (diese Bezeichnung erschienen erst im Laufe des Kongresstages), zum On-Demand-Inhalt und zum Pflegekongress sowie zur Industrieausstellung. Diese besteht wiederum aus fünf nach Größen der Urologie benannten Ausstellungsräumen, in denen sich die Firmen präsentieren und Ansprechpartner benennen.

(ms)