Erstlinie beim Plattenepithelkarzinom der Lunge: PFS mit Chemotherapie plus Ivonescimab versus Tislelizumab besser

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Beim Nichtkleinzelligen Lungen­karzinom (NSCLC) sind squamöse Karzinome im Vergleich zu nicht squamösen mit schlechteren Prognosen verbunden. Neue Daten zeigen, dass mit dem bispezifischen Antikörper Ivonescimab bald eine neue Erstlinientherapie verfügbar sein könnte.

Ein chinesisches Forschungsteam um Erstautor Prof. Zhiwei Chen untersuchte in der randomisierten, doppelblinden HARMONi-6-Studie die Kombination von Ivonescimab plus Chemotherapie vs. Tisle­lizumab plus Chemotherapie, beide in der Erstlinie. Die Phase-III-Studie wurde an 50 Studienzentren in ganz China durchgeführt und schloss Patienten im Alter von 18–75 Jahren ein. Bei allen Teilnehmenden lagen ein zuvor unbehandeltes, histologisch gesichertes, inoperables squamöses NSCLC im Stadium IIIB, IIIC oder IV und ein ECOG-Status von 0 oder 1 vor.

Die Patienten erhielten intra­venös entweder Ivonescimab (20 mg/kg; n=266) oder Tislelizumab (200 mg; n=266), dazu intra­venös Paclitaxel (175 mg/m²) und Carboplatin (AUC 5 mg/ml pro min) alle 3 Wochen über 4 Zyklen. Anschließend erfolgte eine Erhaltungstherapie mit Ivonescimab (20 mg/kg) oder Tislelizumab (200 mg) für bis zu 24 Monate. Das mediane Follow-up betrug 10,3 Monate (95%-KI 9,5–11,0).

Längeres PFS mit Ivonescimab-Chemotherapie-Kombination

Das mediane PFS betrug in der Ivonescimab-Gruppe 11,1 Monate (95%-KI 9,9 bis nicht auswertbar) und in der Tislelizumab-Gruppe 6,9 Monate (95%-KI 5,8–8,6; HR 0,60; 95%-KI 0,46–0,78; peinseitig<0,0001). Dabei war interessant, dass dieser Überlebensvorteil von Ivonescimab vom PD-L1-Status der Patienten unabhängig war.

Hinsichtlich der Sicherheit zeigten sich vergleichbare Neben­wirkungen zwischen den beiden Antikörpern. Unter Ivonescimab traten bei insgesamt 170 Patienten (64 %), unter Tislelizumab bei 144 (54%) Nebenwirkungen des Grades 3 oder höher auf. Diese waren unter Ivonescimab bei 24 (9%) und unter Tislelizumab bei 27 (10%) Patienten immunvermittelt (irAE). Bei 5 (2%) Patienten der Ivonescimab- und 2 (1%) aus der Tislelizumab-Gruppe traten behandlungsbedingte Blutungen von Grad 3 oder höher auf. Bei Patienten mit unbehandeltem, fortgeschrittenem squamösen NSCLC zeigt die Kombination von Ivonescimab und Chemotherapie vs. Tislelizumab und Chemotherapie demnach ein signifikant verbessertes PFS, bei einem akzeptablen Sicherheitsprofil. (mkl)

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