Erstlinientherapie beim inoperablen Hepatozellulären Karzinom: Camrelizumab plus Rivoceranib wirksamer als Sorafenib18. Dezember 2023 NANJING (Biermann) – Bei Patienten mit inoperablem Hepatozellulären Karzinom zeigte Camrelizumab plus Rivoceranib (=Apatinib) vs. Sorafenib einen statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Vorteil beim PFS und OS. Damit stelle es eine neue und wirksame Erstlinienbehandlungsoption für diese Population dar, berichtet ein Wissenschaftlerteam um Prof. Shukui Qin von der Nanjing Medical University, China. Die randomisierte, unverblindete, internationale Phase-III-Studie (CARES-310) wurde an 95 Studienstandorten in 13 Ländern und Regionen weltweit durchgeführt. Insgesamt 543 Patienten mit inoperablem oder metastasiertem Hepatozellulären Karzinom, die zuvor keine systemische Behandlung erhalten hatten, wurden 1:1 für Camrelizumab 200 mg intravenös alle 2 Wochen plus Rivoceranib 250 mg oral 1-mal täglich (n=272) oder Sorafenib 400 mg oral 2-mal (n=271) täglich randomisiert (Zeitraum 28.06.2019–24.03.2021). Bei der primären Analyse des PFS (10.05.2021) betrug die mediane Nachbeobachtung 7,8 Monate (IQR 4,1–10,6). Wie Qin und Kollegen schildern, war das mediane PFS unter Camrelizumab-Rivoceranib vs. Sorafenib signifikant verbessert (5,6 Monate [95 %-KI 5,5–6,3] vs. 3,7 [95 %-KI 2,8–3,7]; HR 0,52; 95 %-KI 0,41–0,65; peinseitig<0,0001). Bei der Zwischenanalyse des OS (08.02.2022) betrug die mediane Nachbeobachtung 14,5 Monate (IQR 9,1–18,7). Das mediane OS sei mit Camrelizumab-Rivoceranib vs. Sorafenib signifikant verlängert worden (22,1 Monate [95 %-KI 19,1–27,2] vs. 15,2 [95 %-KI 13,0–18,5]; HR 0,62; 95 %-KI 0,49–0,80; peinseitig<0,0001), berichten die Studienautoren.Die häufigsten Nebenwirkungen von Grad 3/4 waren Hypertonie (102/272 Patienten [38 %] in der Camrelizumab-Rivoceranib-Gruppe vs. 40/269 [15 %] in der Sorafenib-Gruppe), palmar-plantare Erythrodysästhesie (33 [12 %] vs. 41 [15 %]), erhöhte Aspartat-Aminotransferase (45 [17 %] vs. 14 [5 %]) und erhöhte Alanin-Aminotransferase (35 [13 %] vs. 8 [3 %]). Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden bei 66 (24 %) Patienten in der Camrelizumab-Rivoceranib-Gruppe und 16 (6 %) in der Sorafenib-Gruppe berichtet. In beiden Gruppen kam es zu je einem behandlungsbedingten Todesfall. Die Studie wird von einem Kommentar begleitet (doi.org/10.1016/S0140-6736(23)01297-7) und in der Zeitschrift „Nature Reviews Clinical Oncology“ in einem „Research-Highlight“-Artikel besprochen (doi.org/10.1038/s41571-023-00812-8). (sf) Autoren: Qin S et al.Korrespondenz: [email protected]Studie: Camrelizumab plus rivoceranib versus sorafenib as first-line therapy for unresectable hepatocellular carcinoma (CARES-310): a randomised, open-label, international phase 3 studyQuelle: Lancet 2023;402(10408):1133–1146.Web: doi.org/10.1016/S0140-6736(23)00961-3
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