Erstmals in Berlin: Katheterablation mit MRT-Bildgebung durchgeführt

Leiter des Herz-Rhythmus-Zentrums Michael Wiedemann und Marcel Prothmann besprechen die MRT-Bildgebung während der Katheterablation. Foto: ©Kareen Kittelmann/Helios Kliniken

Ein Kardiologen-Team am Helios Klinikum Berlin-Buch hat zum ersten Mal das Standardverfahren einer Katheterablation mit einer Magnetresonanztomographie des Herzens (Kardio-MRT) gepaart.

Das neue Verfahren verspricht in Zukunft eine Verbesserung der Behandlung von komplexen Herzrhythmusstörungen durch eine Bildgebung in Echtzeit und eine präzisere Behandlung des Herzgewebes.

„Für das OP-Verfahren mit MRT-Bildgebung benötigt man Herzkatheter, welche nicht vom magnetischen MRT-Gerät angezogen werden. Deshalb haben wir Katheter aus Kunststoff mit Goldspitze und zwei Elektroden verwendet, welche speziell für diesen Einsatz entwickelt wurden. Damit gehören wir zu den ersten zehn kardiologischen Zentren in Europa, die in der Lage sind, diese Methode umzusetzen“, erläutert der Leiter vom Herz-Rhythmus-Zentrum Berlin/Brandenburg am Helios Klinikum Berlin-Buch, Dr. Michael Wiedemann, in einem von der Klinik zur Verfügung gestellten Interview.

Wiedemann zufolge finden im Helios Klinikum Berlin-Buch jährlich rund 1000 Behandlungen wie Ablationen und elektrophysische Untersuchungen statt. „In unserem Kardio-MRT unter der Leitung von Prof. Jeanette Schulz-Menger werden zudem rund 3000 Herzen pro Jahr untersucht.“ 

Zur Frage, welche Vorteile dieses Verfahren der MRT-basierten Katheterablation verspricht, erklärt Wiedemann: „In Zukunft werden komplexe Rhythmusstörungen, insbesondere lebensbedrohliche Herzrasenzustände im Fokus dieser Behandlungsmethode stehen. Die MRT-Bildgebung kann nicht nur anatomische Besonderheiten des Herzens in Echtzeit darstellen, sondern auch narbige Veränderungen sichtbar machen. Häufig gehen gerade von diesen Narben ganz unterschiedliche, zum Teil lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen aus. Mithilfe des MRTs sollte es möglich sein, eine optimale Therapieplanung und Durchführung zu gewährleisten. Dies ist ein wichtiger Vorteil gegenüber dem klassischen ‚Röntgen‘, einer Durchleuchtungs-gestützten Katheterablation. Zwar existieren bereits weitere Navigationssysteme für Eingriffe am Herzen, die eine 3D-Planung ermöglichen und bei der OP auch verwendet werden, allerdings können diese nicht in Echtzeit wie beim MRT die Behandlung und Ergebnisse darstellen. Zudem entsteht bei dem Verfahren keine Röntgenstrahlenbelastung für Patientinnen und Patienten oder das medizinische Personal. Weitere Forschungsarbeiten und technische Weiterentwicklungen sind erforderlich, um die genannten Vorteile in die Praxis zu bringen. Wir freuen uns auf diese interessante Arbeit.“

Wiedemann zufolge finden im Helios Klinikum Berlin-Buch jährlich rund 1000 Behandlungen wie Ablationen und elektrophysische Untersuchungen statt. „In unserem Kardio-MRT unter der Leitung von Prof. Jeanette Schulz-Menger werden zudem rund 3000 Herzen pro Jahr untersucht.“ 

(ah)