Es beginnt mit Sphingomyelinasen: Wie Lipide die Vermehrung von Coronaviren beeinflussen9. September 2025 Florian Salisch und Christin Müller-Ruttloff bei Zellkulturarbeiten im Labor. (Foto: © Nadja Karl) Foto: Nadja Karl Ein Forschungsteam von Virologen aus Gießen und Berlin hat die Rolle von Sphingolipiden für die Bildung von Replikationsorganellen bei Coronavirus-Infektionen entschlüsselt. Die Forschenden des Institutes für Medizinische Virologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und des Institutes für Pharmazie der Freien Universität Berlin haben herausgefunden, wie der Sphingolipid-Stoffwechsel und daran beteiligte Enzyme die Vermehrung von Coronaviren beeinflussen. Vergleich mehrerer Coronaviren „Die Stärke der Studie liegt im Vergleich mehrerer humaner Coronaviren“, so die JLU-Virologin Dr. Christin Müller-Ruttloff, federführende Letztautorin der Studie. „Diese Erkenntnisse verbessern unser Verständnis darüber, wie verschiedene Coronaviren die Sphingolipid-Landschaft ihrer Wirtszellen umgestalten, um ihre Vermehrung zu sichern.“ Die gezielte Beeinflussung des Sphingolipid-Stoffwechsels könnte neue Forschungsansätze für antivirale Strategien eröffnen. Sphingolipide als wichtige Bausteine Die Untersuchungen zeigten, dass vor allem die Enzymgruppe der Sphingomyelinasen eine entscheidende Rolle bei einem frühen Schritt der Virusvermehrung spielt: der Bildung der Replikationsorganellen. Der Virologe Florian Salisch (JLU), Erstautor der Arbeit, erläutert: „Coronaviren setzen einen massiven Umbau von intrazellulären Membranen in Gang, um die Zellen zu zwingen, zahlreiche Replikationsorganellen auszubilden, in deren Inneren dann die Produktion der viralen Bestandteile beginnt.“ Sphingolipide bilden dabei wichtige Bausteine dieser Strukturen, und die Sphingomyelinasen beteiligen sich aktiv an deren Entstehung.Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift „mBio“ erschienen. Unterstützt wurde die Forschung durch das GRK2581 („SphingoINF-Stoffwechsel, Topologie und Kompartimentierung von Lipid- und Signalkomponenten bei Infektionen“) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie durch die Von Behring-Röntgen-Stiftung.
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