ESC 2023: Vorhofflimmerablation verbessert Ergebnisse von Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz6. September 2023 Symbolbild: ©Damian/adobe.stock.com Vorhofflimmerablation bei Patienten mit Herzinsuffizienz im Endstadium? In einer am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (NRW) in Bad Oeynhausen durchgeführten Studie konnte damit die Prognose der Patienten deutlich verbessert werden. Die Ergebnisse wurden in einer Hot-Line-Sitzung auf dem europäischen Kardiologenkongress (ESC 2023) in Amsterdam präsentiert. Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz, die für eine Herztransplantation in Frage kommen, wurden von großen Studien ausgeschlossen, so dass es keine Empfehlungen oder Evidenz für die optimale Behandlung von Vorhofflimmern in dieser Patientengruppe gibt. In der Studie CASTLE-HTx wurde untersucht, ob die Ablation von Vorhofflimmern der medikamentösen Therapie hinsichtlich der Sterblichkeit und der Notwendigkeit einer dringenden Transplantation oder Implantation eines Linksventrikulären Unterstützungssystems (LVAD) überlegen ist. Die Studie wurde am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (NRW) in Bad Oeynhausen durchgeführt und im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. An der Studie nahmen Patienten mit symptomatischem Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz im Endstadium teil, die gemäß den Kriterien der European Society of Cardiology (ESC) und der Internationalen Gesellschaft für Herz- und Lungentransplantation (ISHLT) für eine Herztransplantation in Frage kamen. Die Patienten befanden sich in den Funktionsklassen II, III oder IV der New York Heart Association (NYHA), hatten eine linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) von 35% oder weniger und waren mit einem kardialen Gerät zur kontinuierlichen Überwachung ausgestattet. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip im Verhältnis 1:1 entweder einer erstmaligen Katheterablation oder einer medikamentösen Behandlung des Vorhofflimmerns (Frequenz- oder Rhythmuskontrolle) zugeteilt. Beide Gruppen erhielten eine leitliniengerechte Therapie der Herzinsuffizienz. Der primäre Endpunkt war eine Kombination aus Gesamtmortalität, Verschlechterung der Herzinsuffizienz, die eine dringende Herztransplantation erforderlich machte, oder die Implantation eines LVAD. An der Studie nahmen 194 Patienten teil. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 64 Jahre und 19 Prozent waren Frauen. Die Studie wurde ein Jahr nach Abschluss der Randomisierung vom Data Safety Monitoring Board aus Gründen der Wirksamkeit gestoppt. Der primäre Endpunkt trat bei 8 (8,2%) Patienten in der Ablationsgruppe und bei 29 (29,9%) Patienten in der medikamentösen Therapiegruppe auf, was einer Hazard Ratio von 0,24 (95%-Konfidenzintervall 0,11–0,52; p<0,001) entspricht. Studienleiter Prof. Christian Sohns vom HDZ NRW erläutert: „Beim Vergleich der Vorhofflimmerablation mit der medikamentösen Therapie bei Patienten mit Herzinsuffizienz im Endstadium war die Ablation mit einer geringeren Sterblichkeitsrate, einer dringenden Herztransplantation oder einer LVAD-Implantation assoziiert, zusammen mit einer Verringerung der Belastung durch Vorhofflimmern und einer verbesserten LVEF.“ Sohns gibt aber zu bedenken, dass angesichts der langen Wartezeiten und der hohen Mortalität auf der Warteliste, die Aufnahme auf eine Transplantationsliste dennoch nicht aufgeschoben werden sollte.
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