ESMO 2024: Erfolg mit sukzessiver Gabe zweier Klassiker beim metastasierten Nierenzellkarzinom16. September 2024 Saby George stellte beim ESMO-Kongress Studienergebnisse vor, nach denen eine Behandlungskombination das progressionsfreie Überleben bei Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs nachweislich verlängert. Foto: Roswell Park Comprehensive Cancer Center Eine klinische Studie der Phase I/II für Patienten mit metastasiertem klarzelligen Nierenzellkarzinom hat gezeigt, dass ein neuartiges Behandlungsschema mit zwei älteren Wirkstoffen das progressionsfreie Überleben (PFS) im Vergleich zu einer Behandlung mit einem alleinigen Wirkstoff mehr als verdoppelt. Prof. Saby George vom Roswell Park Comprehensive Cancer Center in Buffalo (NY, USA), wo die Therapie entwickelt wurde, war leitender Prüfarzt der Studie und stellte die Ergebnisse des Phase-II-Teils am 15.09.2024 in einer Posterpräsentation auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Barcelona, Spanien, vor. Die Patienten der 1-armigen Studie hatten zuvor keine Therapie erhalten. Während jedes 10-wöchigen Behandlungszyklus erhielten sie an den Tagen 1-28 Pazopanib, an den Tagen 36-50 während des Zyklus zusätzlich Bevacizumab. Die Rationale dahiner: Unter der Pazopanib-Therapie, welche die Signalübertragung über den Vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) hemmt, kommt es vermutlich zu einer Zunahme der VEGF-Aktivität, was zu einer Resistenz gegen Pazopanib führt. Der therapeutische Antikörper Bevacziumab soll zusätzliche VEGF neutralisieren. In klinischen Studien, die die FDA-Zulassung von Pazopanib für das fortgeschrittene Nierenzellkarzinom unterstützten, betrug das mediane PFS 11,1 Monate. Das mediane PFS jener Patienten, welche die Kombinationstherapie erhielten, betrug 23,3 Monate. Option für Patienten mit günstigem Risiko Die Studienteilnehmer wurden anhand der International Metastatic Renal Cell Carcinoma Database (IMDC) in Gruppen mit unterschiedlichen Risikostufen eingeteilt. „Da Patienten in anderen Risikogruppen Immuntherapie-Optionen zur Verfügung standen, umfasste die Phase-II-Gruppe mehr Patienten in der Kategorie ‘Günstiges Risiko’“, erklärt George. „Die ermutigenden Ergebnisse legen nahe, dass die abwechselnde Gabe von Pazopanib und Bevacizumab ein vielversprechendes Behandlungsschema für Patienten mit Nierenzellkarzinom in der Gruppe mit günstigem Risiko darstellt.“ Daten aus der klinischen Studie zeigten bei Patienten in der IMDC-Gruppe mit günstigem Risiko eine gleiche oder bessere Wirksamkeit im Vergleich zu Immuntherapie-Kombinationen oder Sunitinib, das als Einzelwirkstoff verabreicht wurde, sowie eine bessere Sicherheit im Vergleich zu Immuntherapie-Kombinationen. Frühere Ergebnisse einer Phase-I-Studie zur Bewertung der Sicherheit dieser Kombination waren auf dem Genitourinary Cancer Symposium 2019 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt worden. Basierend auf präklinischen Studien in Roswell Park umfasste die klinische Studie 51 Patienten und wurde an 5 US-Krebszentren durchgeführt, darunter Roswell Park, die University of Pittsburgh, die University of Kansas, das Medical College of Wisconsin und das Karmanos Cancer Center in Detroit. Frühere präklinische Forschung wurde von Roswell Park/der Roswell Park Alliance Foundation, dem National Cancer Institute und Novartis finanziert. (Roswell Park / ms)
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