Europäische Partnerschaft für Herz-Kreislauf-Forschung vergibt fünf Millionen Euro20. Februar 2023 Foto: ©tomertu – stock.adobe.com Vier Teams mit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Vereinigten Königreich, Deutschland und den Niederlanden wollen neue Wege finden, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser zu erkennen und zu behandeln. Dafür erhalten sie 5,3 Millionen Euro für die nächsten vier Jahre. Bereits zum vierten Mal arbeiten die europäischen Organisationen zusammen und bündeln ihre Kräfte: Forschungsteams aus den verschiedenen Ländern erforschen in vier Projekten Herzinsuffizienz, Atherosklerose, Herzversagen bei Lungenhochdruck und analysieren Tausende Proteine, um die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls vorherzusagen. Die jetzige Förderrunde richtete sich speziell an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im mittleren Karrierestadium. Die Fördersumme von insgesamt 5,3 Millionen Euro wird von der British Heart Foundation (BHF), dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) und der Dutch Heart Foundation (DHF) zur Verfügung gestellt. Die gemeinsame Förderung soll es den internationalen Teams ermöglichen, dringende Fragen der Herz-Kreislauf-Medizin zu lösen und den einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dabei helfen, sich eine international führende Position auf ihrem Fachgebiet zu erarbeiten. Prof. Stefanie Dimmeler, Sprecherin des Vorstands des DZHK sagt: „Immer noch sterben in Deutschland und weltweit die meisten Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Probleme in der Herz-Kreislauf-Medizin kann ein Land allein nicht lösen. Wenn wir unsere Kräfte bündeln und international zusammenarbeiten, kommen wir schneller an unser gemeinsames Ziel – Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser zu behandeln oder sogar zu heilen.“ Das DZHK ist in allen Projekten mit Forschenden beteiligt. Ausgewählt wurden diese vier Projekte: PLAK-TALK – Verständnis der Zell-Zell-Kommunikation, um Herzinfarkt- und Schlaganfall-verursachende Arterienverstopfungen zu verhindern Es ist bekannt, dass bestimmte Zellen des Immunsystems Entzündungen verursachen und damit das Risiko erhöhen, dass sich in den Arterien Plaques bilden. Diese Plaques können reißen und ein Gerinnsel verursachen, das den Blutfluss zum Herzen oder zum Gehirn blockiert. Das PLAK-TALK-Team wird untersuchen, wie T-Zellen mit anderen Zellen in den schützenden „Kappen“, die die Plaques bedecken, kommunizieren. Ziel ist es, die Stabilität der Kappen zu regulieren. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, neue Behandlungen zu entwickeln, die dafür sorgen, dass Plaques nicht aufbrechen und abreißen. So könnten Herzinfarkte und Schlaganfälle verhindert werden. Beteiligte Arbeitsgruppen: Prof. Lars Maegdefessel, Technische Universität München; Dr. Jason Tarkin, Universität Cambridge; Prof. Marit Westerterp; Universitätsklinikum Groningen. PROMETHEUS – Warum manche Herzen nicht in der Lage sind, sich an einen gefährlich hohen Blutdruck in der Lunge anzupassen: Untersuchung von genetischen Hinweisen. Eine funktionsgestörte rechte Herzhälfte ist die häufigste Todesursache bei Menschen mit pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH). Bei Menschen mit PAH muss sich die rechte Hauptkammer des Herzens, die das Blut durch die Lungenarterien pumpt, darauf einstellen, gegen den hohen Druck anzupumpen. Aus unbekannten Gründen sind die Herzen einiger PAH-Patientinnen und -Patienten jedoch nicht in der Lage, sich anzupassen, was zu einem Rechtsherzversagen führen kann. Dies deutet darauf hin, dass genetische Varianten die Anpassungsfähigkeit des rechten Herzens bestimmen können. Darüber hinaus sind die kardialen Veränderungen bei PAH nicht auf die rechte Herzhälfte beschränkt. Der linke Ventrikel – der den systemischen Blutkreislauf versorgt – kann bei PAH erheblich beeinträchtigt sein, so dass diese Erkrankung für das Herz und den Körper im Allgemeinen eine erhebliche Belastung darstellt. Das PROMETHEUS-Team wird spezifische genetische Unterschiede untersuchen, die für die Fähigkeit des rechten Herzens entscheidend sein könnten, sich an die Drucküberlastung anzupassen. Sie wollen so neue Wege finden, um Herzversagen bei PAH zu verhindern. Beteiligte Arbeitsgruppen: Prof. Soni Pullamsetti, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung; Dr. Gabriele Schiattarella, Charité – Universitätsmedizin Berlin/Max Delbrück Center for Molecular Medicine; Dr. Frances S. de Man, Amsterdam University Medical Center; Dr. Andrew Swift, University of Sheffield. Prot4CVD – Protein-Analyse, um Risikovorhersage und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern Das Prot4CVD-Team plant, Tausende von Proteinen im Blut von 200.000 Menschen zusammen mit genetischen und klinischen Daten zu analysieren. Die Forschenden wollen neue Berechnungsmethoden anwenden, um Proteine zu identifizieren, um so die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls vorherzusagen. Sie hoffen außerdem, Proteine zu identifizieren, die bei Menschen Herzinfarkte oder Schlaganfälle auslösen. Das könnte dabei helfen, neue Behandlungsmethoden zu entwickeln. Analysen dieser Art wurden bisher nicht in vergleichbarem Umfang durchgeführt. Beteiligte Arbeitsgruppen: Prof. Claudia Langenberg, Berlin Institute of Health in der Charité (BIH); Prof. Adam Butterworth, University of Cambridge. MegaCardiocyte – Kartierung einer Blut-Knochenmark-Herz-Achse, um neue Angriffspunkte für Medikamente gegen Herzversagen zu identifizieren Ein wichtiger auslösender Faktor der dilatativen Herzinsuffizienz ist wahrscheinlich eine abnorme Funktion der kleinen Blutgefäße. Das MegaCardiozyten-Konsortium wird den Zusammenhang zwischen der Funktion kleiner Blutgefäße und dieser Art von Herzinsuffizienz untersuchen. Das Team vermutet, dass eine Fehlfunktion der Blutplättchen zusammen mit einer Überaktivierung von Immunzellen im Blut die normale Funktion der kleinen Blutgefäße im Herzen beeinträchtigt. Die Arbeit könnte helfen, Blutplättchen gezielt zu behandeln, um Herzversagen vorzubeugen oder zu therapieren. Beteiligte Arbeitsgruppen: Dr. Tobias Petzold, Ludwig-Maximilians-Universität München; Prof. Steffen Massberg, Klinikum der Universität München; Dr. Mairi Brittan, Universität Edinburgh; Dr. Judith Cosemans, CARIM Universität Maastricht.
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