Europäische Studie zur Darmkrebsvorsorge: Kontrollkoloskopie nach fünf Jahren könnte ausreichen17. September 2026 Koloskopie (Foto: Kzenon/stock.adobe.com) Nach der Entfernung von Hochrisiko-Adenomen wird derzeit häufig bereits nach drei Jahren eine Kontrollkoloskopie empfohlen. Eine große europäische Studie zeigt nun: Eine erste Kontrolle nach fünf Jahren war hinsichtlich des Darmkrebsrisikos nach fünf Jahren nicht schlechter als eine Kontrolle nach drei Jahren. An der noch laufenden EPoS-II-Studie, aus der die Daten stammen, nahmen zum Zeitpunkt der Interimsanalyse 10.799 Patienten aus acht europäischen Ländern teil. Diese hatten sich einer Entfernung von Hochrisiko-Adenomen unterzogen. Eine Hochrisikosituation war hier definiert als mindestens ein Adenom mit einem Durchmesser von mehr als 10 mm, als hochgradige Dysplasie oder villöses Wachstum oder drei bis zehn Adenome jeglicher Art. Ähnliches Darmkrebsrisiko bei weniger Untersuchungen Die Studienteilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip zwei Gruppen zugeteilt: In einer Gruppe erfolgte die erste Kontrollkoloskopie nach fünf Jahren, in der anderen nach drei Jahren. Die kumulative Fünf-Jahres-Inzidenz von Darmkrebs betrug 0,77 Prozent bei weniger häufiger Überwachung und 0,82 Prozent bei häufigerer Überwachung (Differenz: -0,05 Prozentpunkte). Da die obere Grenze des 99,12%-Konfidenzintervalls bei 0,68 lag, sei das Kriterium der Nichtunterlegenheit (vorab festgelegter Grenzwert von 0,7) eines längeren Zeitraumes bis zur ersten Koloskopie nach Resektion erfüllt, stellen die Forschenden fest. Gleichzeitig waren nach Angaben der Forschenden deutlich weniger Koloskopien nötig: In der Gruppe mit Fünf-Jahres-Intervall wurden während des Untersuchungszeitraums rund 49 Prozent weniger Koloskopien durchgeführt. Die Verteilung des Krebsstadiums bei Diagnosestellung unterschied sich zwischen den beiden Gruppen nicht wesentlich, berichten die Autoren. Insgesamt seien fünf Patienten an Darmkrebs verstorben: drei (0,06%) in der Fünf-Jahres-Gruppe und zwei (0,04%) in der Drei-Jahres-Gruppe. Neubewertung von Untersuchungsintervall scheint angebracht „Unsere Ergebnisse sprechen dafür, die bisherigen Kontrollintervalle nach Entfernung von Hochrisiko-Adenomen neu zu bewerten“, urteilt Prof. Monika Ferlitsch von der Medizinischen Universität Wien (Österreich). Die Leiterin der Abteilung für Innere Medizin mit Gastroenterologie, Akutgeriatrie/Remobilisation an der Klinik Floridsdorf war an der Untersuchung beteiligt. „Wenn sich diese Ergebnisse langfristig bestätigen, könnten vielen Patient:innen zusätzliche Koloskopien erspart werden, ohne die Sicherheit zu verringern. Entscheidend bleibt eine qualitativ hochwertige erste Untersuchung, bei der alle relevanten Polypen vollständig entfernt werden.“ Ergebnisse müssen langfristig bestätigt werden Die Studienautoren unterstreichen, dass es sich bei den jetzt veröffentlichten Daten um das Ergebnis einer Interimsanalyse nach 5,5 Jahren handelt. Die entscheidende Auswertung der Studie ist nach zehn Jahren vorgesehen. Erst dann lässt sich abschließend beurteilen, ob längere Kontrollintervalle auch langfristig gleich sicher sind. Parallel dazu zeigte eine zweite EPoS-Studie mit nur 1861 Patienten, dass auch nach Entfernung serratierter Polypen das Darmkrebsrisiko innerhalb von fünf Jahren niedrig war. Auch interessant: Künstliche Intelligenz hilft beim Erkennen gefährlicher Darmpolypen
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