EuroTrak 2018: Schwerhörigkeit im europäischen Vergleich

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Die EuroTrak-Studie hat Schwerhörigkeit im europäischen Vergleich untersucht. Ergebnis der Befragung: Die besten Ohren Europas haben die Menschen in der Schweiz und Norwegen. Die diszipliniertesten Hörgeräteträger leben in Dänemark.

Laut Euro-Trak geben 12,2 Prozent der Menschen in Deutschland eine Hörminderung an. Damit bleibt der Anteil von Schwerhörigen hierzulande konstant – im Vergleich zu 2009 ist er sogar um einen Prozentpunkt gesunken. Dies ist vor dem Hintergrund des demographischen Wandels ein erfreulicher Befund. Gleichzeitig entscheiden sich immer mehr Menschen mit einer Hörschwäche für die Nutzung von Hörgeräten. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle EuroTrak-Studie 2018 des Schweizer Marktforschungsunternehmens Anovum im Auftrag der Europäischen Vereinigung der Hörgerätehersteller (EHIMA) mit Blick auf Deutschland.

Schweizer haben die besten Ohren Europas

In der Schweiz leben mit 8 Prozent der Bevölkerung die wenigsten Menschen mit einer Hörschwäche. Norwegen und Belgien reihen sich mit 8,8 bzw. 9,6 Prozent knapp dahinter ein. Mit 10 bis 12 Prozent liegen Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Dänemark, Italien und Deutschland sehr dicht beieinander. Polen bildet eine Ausnahme. Dort geben mit 16 Prozent doppelt so viele Menschen eine Hörschwäche an, wie in der Alpenrepublik.
Bei der Hörgerätenutzung liegt Dänemark an der Spitze. Hier nutzen 53 Prozent der Menschen mit Hörminderung Hörgeräte, gefolgt von Großbritannien und Norwegen. Deutschland liegt mit einer Nutzungsquote von 37 Prozent hinter der Schweiz, den Niederlanden und Frankreich (je 41 Prozent). Insbesondere Italien und Polen haben mit 25 und 18 Prozent bei der Versorgung mit Hörgeräten noch Luft nach oben.

Bewusstsein für Hörgesundheit nimmt zu

Je schwerer die Einschränkung der akustischen Wahrnehmungsfähigkeit, desto höher steigt die Adaptionsrate moderner Hörsysteme: Auf einer Schweregrad-Skala zwischen eins und sechs gleichen beispielsweise drei Viertel der am stärksten Betroffenen ihre Einschränkung durch Hörgeräte aus. In der Teilnehmergruppe mit einer leichten Hörminderung fällt die Hörgerätenutzung mit 21 Prozent deutlich niedriger aus – im Vergleich zu 2015 eine Verdoppelung! Und 6 von 10 Hörgeräteträgern würden rückblickend früher Hilfe suchen. Als Grund dafür nennen 72 Prozent Verbesserungen im sozialen Austausch. Mehr als die Hälfte erlebt eine höhere emotionale Stabilität.

Hörgeräte stören niemanden, eine Hörschwäche schon

Was im Einzelfall auch immer die Hinderungsgründe sein mögen, zeitnah einen Spezialisten aufzusuchen – soziale Ablehnung braucht niemand zu befürchten. Im Gegenteil, laut Umfrage erleben Hörgeräteträger vor allem Akzeptanz: 84 Prozent fühlen sich positiv von ihrem Umfeld angenommen; lediglich zwei Prozent haben negative Erfahrungen gemacht.

Über EuroTrak 2018

Seit 2009 untersucht das Züricher Marktforschungsunternehmen Anovum im Auftrag der Europäischen Vereinigung der Hörgerätehersteller (EHIMA) den Ausbreitungsgrad von Hörschäden und die Wechselwirkung zwischen Hörgeräte-Adaption mit verschiedenen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Faktoren. Die Online-Panel-Befragungen finden regulär im Drei-Jahres-Rhythmus in mehreren europäischen Ländern sowie 2018 auch in Japan und Neuseeland statt. Seit 2012 wurden europaweit insgesamt 145.312 Personen befragt. Die europäische Bevölkerungsstichprobe in der Erhebung 2018 umfasste 43.499 Menschen. Der deutschen Umfrage lag in diesem Jahr eine repräsentative Bevölkerungsstichprobe von 13.853 Personen zugrunde.