Exemestan bei ER+ Brustkrebs des Stadiums 0 bis II in der Postmenopause: Wirksamkeit alternativer Dosierungsschemata bestätigt1. Juni 2023 MAILAND (Biermann) – Davide Serrano vom European Institute of Oncology IRCCS (Italien) hat in einer international durchgeführten Studie die prozentuale Änderung von Estradiol (E2) bei postmenopausalen Frauen mit ER+ Brustkrebs untersucht, die 25 mg Exemestan 3- oder 1-mal wöchentlich erhielten. Zum Vergleich wurden Probandinnen mit einer täglichen Standarddosis verwendet und die Nichtunterlegenheitsspanne mit -6 % festgesetzt. Exemestan (25 mg, 3-mal wöchentlich) war bei therapiekonformen Patienten der täglichen Standarddosis im Hinblick auf die E2-Reduktion im Serum nicht unterlegen. Das neue Schema sollte laut den Autoren daher in Präventionsstudien und bei Frauen, die die tägliche Dosis im adjuvanten Setting nicht vertragen, weiter untersucht werden. Die multizentrische, präoperative, doppelblinde, randomisierte klinische Phase-IIb-Studie diente der Bewertung von 2 alternativen Dosierungsschemata von Exemestan. Die Forschenden untersuchten in ihrer Studie vom 1. Februar 2017 bis zum 31. August 2019 postmenopausale Frauen mit ER+ Brustkrebs, die Kandidaten für eine Brustoperation waren und die Teilnahmekriterien erfüllten. Die Entnahme von Blutproben erfolgte zu Studienbeginn und beim letzten Besuch. Gewebe- Biomarker-Veränderungen wurden anhand von diagnostischen Biopsien und chirurgischen Proben beurteilt. Die Probandinnen erhielten im Rahmen der Studie in den 4–6 Wochen vor ihrer Operation entweder 1-mal täglich bzw. 1- oder 3-mal wöchentlich 25 mg Exemestan. Die E2-Konzentrationen im Serum wurden nach Festphasenextraktion mittels Flüssigchromatographie- Tandem- Massenspektrometrie bestimmt. Toxische Wirkungen wurden anhand der Terminologiekriterien des National Cancer Institutes bewertet und Ki-67 per Immunhistochemie bewertet. Insgesamt wurden 180 Frauen in jeweils einen der 3 Versuchsarme (Exemestan 1-mal täglich, 3- bzw. 1-mal wöchentlich) randomisiert. Das mediane Alter der Probandinnen betrug 66 (Interquartilsabstand [IQR] 60–71) , 63 (IQR 60–69) bzw. 65 (IQR 61–70) Jahre. In der Intentionto- Treat-Population (N=171) betrug die mittlere prozentuale Veränderung des Serum-E2 nach der Methode der kleinsten Quadrate für Exemestan 1-mal täglich (N=55) -89 %, 3-mal wöchentlich (N=56) -85 % bzw. 1-mal wöchentlich (N=60) -60 %. Der Unterschied der prozentualen E2-Änderung betrug zwischen den Armen mit 1-mal täglicher und 3-mal wöchentlicher Einnahme -3,6 % (P für Nichtunterlegenheit 0,37). Unter den sekundären Endpunkten der Studien befanden sich Ki-67 und der Progesteronrezeptor. Beide waren in allen Armen reduziert und die medianen absoluten prozentualen Veränderungen betrugen für Ki-67 in den Studienarmen (1-mal täglich, 3- bzw. 1-mal wöchentlich Exemestan) -7,5 %, -5,0 % bzw. -4,0 % (1-mal täglich vs. 3-mal wöchentlich P=0,31; 1-mal täglich vs. 1-mal wöchentlich P=0,06). Für den Progesteronrezeptor waren es entsprechend -17,0 %, -9,0 % bzw. -7,0 %. Die Profile des sexualhormonbindenden Globulins und High-Density- Lipoprotein-Cholesterins waren bei Probandinnen, die Exemestan 3-mal die Woche erhielten, besser als bei denen, die es täglich einnahmen. Die Nebenwirkungen waren in allen Armen ähnlich. (sh) Autoren: Serrano D et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Efficacy of Alternative Dose Regimens of Exemestane in Postmenopausal Women With Stage 0 to II Estrogen Receptor-Positive Breast Cancer: A Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA Oncol 2023;e230089. Web: www.doi.org/10.1001/jamaoncol. 2023.0089
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