Expertensprechstunde zum Thema Bluthochdruck und Schlaf31. Januar 2019 Foto: © phoenix021 – fotolia.com Am 20. Februar findet eine Expertensprechstunde zum Thema „Bluthochdruck und Schlaf“ statt. Als ausgewiesener Spezialist der Deutschen Hochdruckliga steht dabei Prof. Bernd Sanner, Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga, am Telefon für Patientenfragen zur Verfügung (0 62 21 / 588 5 588). Das Thema ist von großer Relevanz, denn Schlafmangel oder Schlafstörungen können Ursache einer arteriellen Hypertonie sein. Das zeigte in jüngster Vergangenheit eine Reihe von Beobachtungsstudien. Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention bietet seit geraumer Zeit Expertensprechstunden an. Patienten und Angehörige haben dann die Möglichkeit, am Telefon mit einem ausgewiesenen Experten zu einem Thema zu sprechen. Die Leitungen sind von 18.30 bis 20.00 Uhr geschaltet. Telefon: 0 62 21 / 588 5 588. Am 20. Februar 2019 geht es um das Thema „Bluthochdruck und Schlaf“, das insbesondere für die Diagnostik und entsprechende therapeutische Konsequenzen bei Patienten mit therapierefraktärer arterieller Hypertonie oder mit Bluthochdruck unbekannter Ursache von großer Bedeutung ist. Eine solche sekundäre, potenziell ursächlich behandelbare Hypertonie liegt bei ca. 10–15 % der Hochdruck-Patienten vor. Um sie kausal behandeln zu können, sollte in diesen Fällen auch an das Vorliegen einer zu Grunde liegenden Schlafstörung gedacht und diese adäquat behandelt werden. Mit der Therapie der Schlafstörung kann der mit einer ungünstigen Prognose verbundene nächtliche Bluthochdruck normalisiert und damit das erhöhte kardiovaskuläre Risiko (Schlaganfall, Herzinfarkt) für diese Patienten gesenkt werden. Hinweise aus Anamnese und Basisdiagnostik wie Therapieresistenz trotz leitliniengerechter Hypertonie-Therapie oder abgeschwächter bzw. fehlender Nachtabsenkung des Blutdrucks („Non-Dipping“) oder im Extremfall nächtlicher Blutdruckanstieg in der 24-Stunden-Langzeitmessung müssen durch gezielte erweiterte Diagnostik abgeklärt werden. Der Blutdruck unterliegt im circadianen Rhythmus regelmäßigen Schwankungen. Morgens sind ein erster Gipfel, mittags ein Abfall der Werte und am späten Nachmittag ein zweiter Gipfel normal. Während der Nachtstunden sollte der Blutdruck abfallen. Normalerweise fällt er im Schlaf um 10 bis 20 %. Bei einigen Patienten bleibt dieser nächtliche Blutdruckabfall aus. Grund dafür können u. a. die Schlafdauer, eine Insomnie, schlafbezogene Bewegungsstörungen (Restless legs-Syndrom bzw. PLMS [Periodic Limb Movement Syndrome]) oder auch schlafbezogene Atemstörungen (obstruktive Schlafapnoe) sein. Bei mehr als 10 % der Bevölkerung in Deutschland liegt die Schlafdauer bei nur fünf Stunden oder weniger. Ein Drittel gibt in Umfragen an, oft unter Ein- und Durchschlafstörungen zu leiden. „Menschen die regelmäßig weniger als sechs Stunden schlafen, haben ein 60 %iges Risiko, einen erhöhten Blutdruck zu entwickeln. Kommen gleichzeitig noch Ein- und Durchschlafstörungen hinzu, steigt das Risiko für eine Hochdruckerkrankung um das Vierfache“, erläutert Prof. Bernd Sanner, Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga. Ursachen sind eine vermehrte Aktivität des sympathischen Nervensystems und die Ausschüttung von Stresshormonen. Außerdem erhöhe nach neuesten Erkenntnissen ein Schlafmangel die Entzündungsaktivität im Körper, was zu einer Störung des Blutzuckerstoffwechsels und zur beschleunigten Gefäßverkalkung führe, erklärt der Experte Für jede Störung eines erholsamen Schlafes gibt es spezielle Empfehlungen und Therapiemethoden. So sollten z. B. die regelmäßigen Schlafzeiten, die Schlafdauer und -hygiene geprüft und ggf. verändert werden. Zudem sollten extreme Belastungen sowie Alkoholkonsum vor dem Schlafengehen vermieden werden. Bei einer Insomnie (anhaltende Ein- oder Durchschlafstörungen mit daraus resultierender Müdigkeit, deutlichem Leidensdruck oder Auswirkung auf soziale und berufliche Leistungsfähigkeit am Tage, Auftreten mind. 3x/Woche und länger als drei Monate) sind organische Ursachen, Umwelteinflüsse, falsche Schlafhygiene oder psychische Ursachen abzuklären und ggf. zu beheben, um nächtlichen Blutdruckanstieg zu vermeiden. Die obstruktive Schlafapnoe geht u.a. mit Schnarchen und Atempausen einher. Durch die Atemaussetzer kommt es zu einem Abfall der Sauerstoffkonzentration im Blut. Der Körper reagiert mit einer (vom Patienten meist unbemerkten) Weckreaktion. Puls- und Blutdruckwerte steigen, die Muskeln spannen sich an. Solche Schlafphasen sind weniger erholsam, die Folge sind Kopfschmerzen, Tagesmüdigkeit und möglicherweise eine behandlungsbedürftige arterielle Hypertonie. Prof. Sanner beantwortet in der telefonischen Expertensprechstunde Fragen von Patienten und/oder Angehörigen zur Therapie von Schlafstörungen und der damit verbundenen Reduzierung des individuellen Bluthochdruckrisikos sowie Hypertonie-bedingter Folgeerkrankungen. Auch berät er Patienten mit Schlafstörungen, wie sie ihre Schlafqualität verbessern können. Experte Prof. Dr. med. Bernd Sanner Ärztlicher Direktor, Chefarzt der Medizinischen Klinik mit Kardiologie, Lungenheilkunde und Schlafmedizin Agaplesion Bethesda Krankenhaus Wuppertal gGmbH Hainstraße 35 42109 Wuppertal
Mehr erfahren zu: "Wie oft führen medizinische Notfälle zu Unfällen?" Wie oft führen medizinische Notfälle zu Unfällen? In Hofgeismar fährt ein Mann in eine Fußgängerzone, acht Menschen werden verletzt. Auslöser ist ein gesundheitliches Problem. Was weiß die Unfallforschung über solche Fälle?
Mehr erfahren zu: "Luftverschmutzung als akuter Trigger für die Hypertonie-Mortalität" Luftverschmutzung als akuter Trigger für die Hypertonie-Mortalität Kurzfristige Luftverschmutzung gilt als bekannter Trigger für kardiovaskuläre Ereignisse. Eine aktuelle Studie aus China zeigt nun: Bei Hypertonikern steigt das Sterberisiko umso stärker, je weiter ihre Herz- und Nierenerkrankung fortgeschritten […]
Mehr erfahren zu: "Auch niedrige Feinstaubwerte bergen ein unterschätztes Risiko für Menschen mit Hypertonie" Auch niedrige Feinstaubwerte bergen ein unterschätztes Risiko für Menschen mit Hypertonie Eine Studie aus den USA deutet an, dass selbst eine niedrige Belastung mit Feinstaub der Partikelgröße PM2,5 bereits negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen mit Hypertonie haben kann.