Exposition gegenüber Haushaltsreinigern früh im Leben erhöht Risiko für kindliches Asthma20. Februar 2020 Jaclyn Parks, Hauptautorin der aktuellen Studie meint: “Ein gesunder Haushalt riecht nach gar nichts.” (Foto: © Simon Fraser University) Neue Forschungsergebnisse aus der CHILD Cohort Study zeigen, dass eine häufige Exposition gegenüber üblichen Haushaltsreinigern das Asthmarisiko eines Kindes erhöhen kann. In der neuen Untersuchung stellte sich heraus, dass Säuglinge im Alter bis zu drei Monaten, in deren nächster Umgebung häufig Haushaltsreiniger verwendet wurden, mit höherer Wahrscheinlichkeit bis zum Alter von drei Jahren an Wheezing und Asthma litten. „Die verfügbare Evidenz, die Asthma mit der Verwendung von Reinigungsmitteln in Verbindung bringt, stammt größtenteils aus der Forschung an Erwachsenen“, sagt Dr. Tim Takaro von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der kanadischen Simon Fraser University (SFU), Seniorautor der Arbeit. „Unsere Studie befasste sich mit Säuglingen, die normalerweise 80 bis 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen verbringen und aufgrund ihrer höheren Atemfrequenz und des regelmäßigen Kontaktes mit Haushaltsoberflächen besonders anfällig für chemische Expositionen über Lunge und Haut sind.“ In der Studie litten Kinder im Alter von drei Jahren aus Haushalten, in denen Reinigungsmittel häufig verwendet wurden, mit höherer Wahrscheinlichkeit an wiederkehrendem Wheezing (10,8 vs. 7,7% der Säuglinge aus Haushalten, in denen weniger Reinigungsmittel benutzt wurden) sowie wiederkehrendes Wheezing in Kombination mit Atopie (3,0 vs. 1,5%9 und Asthma (7,9 vs. 4,8%). Andere Faktoren, von denen bekannt ist, dass sie das Auftreten von Asthma beeinflussen, wie die Familienanamnese und die Exposition gegenüber Tabakrauch im frühen Leben, wurden in der Analyse berücksichtigt. „Interessanterweise fanden wir keinen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Reinigungsmitteln und einem Atopierisiko allein“, berichtet Takaro. „Wir haben auch festgestellt, dass im Alter von drei Jahren der Zusammenhang zwischen einer Exposition gegenüber solchen Produkten einerseits und Atemproblemen andererseits bei Mädchen viel stärker war als bei Jungen“, fügte er hinzu. „Dies ist ein interessanter Befund, zu dem mehr geforscht werden muss, damit wir die biologischen Reaktionen von Männern und Frauen auf entzündliche Expositionen früh im Leben besser verstehen.“ Für ihre Studie verwendeten die Forscher Daten zu 2022 Kindern, die an der CHILD Cohort Study teilnahmen. Analysiert wurde die tägliche, wöchentliche und monatliche Exposition gegenüber 26 Arten von Haushaltsreinigern, darunter Geschirrspül- und Waschmittel, Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel, Polituren und Lufterfrischer. „Das Risiko für wiederkehrendes Wheezing und Asthma war in Haushalten mit häufigem Gebrauch bestimmter Produkte wie flüssigen oder festen Lufterfrischern, Raumdeodorants für die Steckdose, Anti-Staub-Sprays, antimikrobiellen Handdesinfektionsmitteln und Ofenreinigern deutlich höher“, kommentiert Hauptautorin Jaclyn Parks, Doktorandin an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der SFU. Man sollte vielleicht in Erwägung ziehen, beim Hausputz gänzlich darauf zu verzichten, duftende Reinigungsprodukte zu versprühen, meint sie. „Wir sind der Auffassung, dass ein gesunder Haushalt nach gar nichts riecht“, sagt Parks. „Die Botschaft dieser Studie lautet, dass die ersten Lebensmonate für die Entwicklung des Immun- und Atmungssystems eines Babys entscheidend sind“, betont sie. „Durch die Identifizierung gefährlicher Expositionen im Säuglingsalter können vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden, um möglicherweise Asthma bei Kindern und das nachfolgende Allergierisiko zu verringern.“
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