Fachgesellschaft Herzchirurgie startet zweite Organspende-Kampagne7. April 2022 Der Lebensmotor: Mehr als 700 Menschen warten derzeit bundesweit auf ein Spenderherz. Die DGTHG-Kampagne sensibilisiert für das Thema Organspende. Quelle: DGTHG „Gebraucht, sehr gut erhalten, in liebevolle Hände abzugeben“ – unter diesem Motto startet die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG) ihre zweite bundesweite Kampagne für die Organspende. „Unser Herz ist der leistungsstarke Lebensmotor, der pausenlos funktionieren und ununterbrochen schlagen muss“, erklärt der Präsident der DGTHG Prof. Andreas Böning das gewählte Motiv der Aktion: Ein Motor in Herzform. „Auch ein Spenderherz muss unentwegt arbeiten und kann diese lebenswichtige Aufgabe länger als 20 Jahre bewältigen. Daher bleibt die Organspende der Goldstandard.“ Schwere erworbene Herzerkrankungen und angeborene Herzfehler können den „Lebensmotor“ so nachhaltig schädigen, dass eine Herztransplantation die einzige Überlebenschance für diese schwerst herzkranken Patientinnen und Patienten ist. Im Jahr 2021 wurden in Deutschland 329 Herzen transplantiert. Auf der Warteliste für die lebensrettende Herztransplantation standen im letzten Jahr 714 Menschen – mehr als doppelt so viele. Bedauerlicherweise ist die Organspende im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent gesunken. „Wir sehen daher den dringenden Bedarf, weiter aktiv Aufklärungsarbeit zu leisten und die Öffentlichkeit erneut für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren“, betont Böning. Nicht nur Spenderherzen sind knapp, bundesweit warten seit dem 1. Januar 2022 rund 8458 Menschen auf ein geeignetes Spenderorgan. „Die Lage in Deutschland bleibt somit weiter angespannt. Gemessen an der Gesamtbevölkerungszahl von ca. 83.155.000 Bürgerinnen und Bürgern ist die Anzahl der Organspenden verschwindend gering, obschon die Mehrheit einer Organspende positiv gegenübersteht. Eine Widerspruchslösung, wie sie bereits die europäischen Nachbarländer praktizieren, ist eine wünschenswerte Lösung. Diese wurde bedauerlicherweise zuletzt mit namentlicher Abstimmung im Deutschen Bundestag am 16. Januar 2020 mehrheitlich abgelehnt.“ Umso entschiedener engagiert sich die herzmedizinische Fachgesellschaft: Für die DGTHG ist es bereits die zweite deutschlandweite Kampagne. Im Jahr 2020 wurde die erste Aufklärungsmission zur Organspende gestartet. Im vergangenen Jahr fand ein bundesweiter Spendenlauf für Kinderherztransplantationen statt, der einen Gesamterlös von über 67.000 Euro für das Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler erzielte. „Wir wollen konsequent und mit innovativen Kampagne-Motiven auf die Lage der betroffenen Kinder und Erwachsenen aufmerksam machen, die auf ihre zweite Lebenschance warten“, sagt Böning. „Tagtäglich sehen wir Überlebenskämpfe.“ Provokant und provokativ zeigt sich auch die zweite Kampagne, denn ein „Wachrütteln“ ist nach Meinung der DGTHG nötig, damit dieser Missstand in das Bewusstsein der Bevölkerung dringt. „Wir haben bewusst das Motiv einer Anzeige gewählt, die gegenständlich den lebensrettenden Übergang eines funktionierenden ‚Motors‘ auf einen neuen Besitzer vermitteln will“, erklärt Herzchirurg Böning. „Nicht weniger ist gemeint; Organspender schenken Leben nach ihrem Leben, und geben daher einem anderen Menschen eine zweite Chance. Bei der aktuellen Lage ist es nicht zu viel verlangt, sich dezidiert mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen. Es kann jede und jeden treffen….“ Die DGTHG geht mit gutem Beispiel voran: Alle Vorstandsmitglieder bekennen sich eindeutig zur Organspende, besitzen einen Organspendeausweis und folgen damit dem eigenen Aufruf der Organspende-Kampagne #Wir_für_ein Leben.
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