Fachgesellschaft und Industrie gründen gemeinsam ein Osteosyntheseregister26. Oktober 2018 Joachim Windolf (Foto: Biermann Medizin, hr) Nach den von Orhtopäden und Unfallchirurgen erfolgreich implementierten Traumaregister DGU und Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) kündigte Kongresspräsident Prof. Joachim Windolf auf dem DKOU 2018 den Start des Osteosyntheseregisters an, das gemeinsam von Fachgesellschaft und Industrie getragen wird. “Wir brauchen dieses Register um die Versorgungsqualität und die Patientensicherheit weiter zu verbessern”, sagte Windolf. Dies sei ärztlicher Ethos, aber auch im Interesse der Hersteller von Implantaten, die bei Knochenbrüchen eingesetzt werden. Auch Politik und Kostenträger seien daran interessiert, um z.B. die Kosten zu reduzieren. Eine solche Forderungen aufzustellen, jeoch ohne die Qualität und Sicherheit der Produkte messen zu können ergebe jedoch wenig Sinn. Daher benötige man ein Register in dem Daten umfassend gesammelt und ausgewertert werden können, so Windolf weiter. “Ich freue mich daher, dass die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) gemeinsam mit den ‘Big Five’ der Osteosynthesehersteller und weiteren kleinern Herstellern, vertreten durch den Bundesverband Medizintechnologie, gemeinsam ein nationales Osteosyntheseregister schaffen”, erklärte der DGU-Präsident. Ziel des Osteosyntheseregister DGU soll sein, dass alle Osteosynthesedaten sowie Probleme und Komplikationen bei den Operationen erfasst und auch postoperativ im Verlauf beobachtet werden. So ist beispielsweise angedacht, dass die Patienten nach seiner Krankenhausentlassung über eine App rückmelden können, wie zufrieden sie mit dem Implantat bzw. dem Heilungserfolg sind. Unfallchirurgen und Industrie versprechen sich von diesem Datenpool eine Qualitätssteigerung durch frühzeitige Erfassung von Implantatkomplikationen oder von nicht optimalen Behandlungsverfahren. “Solche sektorenübergreifende Schritte brauchen besondere Lösungsansätze. Wegen der ungeheuren Fülle von Daten ist daher eine automatisierte Übertragung von Daten aus den Krankenhausinformationssystemen erforderlich”, betonte Windolf. “Denn die Ärzte sollen nicht noch mehr zu „Dokumentationsassistenten“ werden. Das neue Register soll zudem mit dem geplanten gesetzlichen „Deutschen Implantatregister“ kompatibel sein und könne als Grundlage dafür dienen”, erklärte Windolf. “Mit ersten Ergebnissen und vorsichten Analysen rechnen wir für die Jahre 2020 bis 2021.” Mit der Entwicklung der bundesweiten Datenbank und der entsprechenden Infrastruktur zur Erhebung ist die Akademie der Unfallchirurgie (AUC), eine 100-prozentige Tochter der DGU, beauftragt. Die Industrie soll eine Produkt-Datenbank, ähnlich wie bei den Endoprothesen, beitragen. (hr)
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