Fäkaler Mikrobiom-Transfer beim Reizdarm-Syndrom31. Januar 2019 © fotoliaxrender – fotolia.com In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie hat eine Arbeitsgruppe aus Dänemark beobachtet, dass ein fäkaler Mikrobiom-Transfer (FMT) die Darmflora bei Patienten mit Reizdarm-Syndrom (irritable bowel syndrome [IBS]) zwar verändert, dass jedoch die Betroffenen aus der Gruppe, die ein Placebo erhalten hatten, nach drei Monaten eine stärkere Linderung der Symptome zeigten. Die Veränderung des Darm-Mikrobioms durch die FMT reiche offenbar nicht aus, um eine Verbesserung der IBS zu erreichen, fassen die Wissenschaftler zusammen. Es seien jedoch andere Studiendesigns und umfangreichere Untersuchungen erforderlich, um die Rolle der FMT bei IBS zu untersuchen, räumen sie ein. Das IBS sei mit einer Dysbiose im Darm assoziiert, weshalb man angenommen habe, dass ein FMT bei IBS-Patienten einen positiven Effekt haben müsse, erläutern die Studienautoren in der Zeitschrift „Gut“. Sie schlossen 52 erwachsene Patienten mit mittelschwerem bis schwerem IBS in ihre Untersuchung ein. Im Rahmen des Screenings wurden die Krankengeschichte und die Symptome beurteilt und Stuhlproben genommen. Die Patienten erhielten nach einer Randomisierung 12 Tage lang entweder FMT- oder Placebo-Kapseln und wurden anschließend 6 Monate lang beobachtet. Sowohl zu Beginn der Studie als auch nach einem, nach 3 und nach 6 Monaten wurden die Patienten gebeten, ihre Symptome gemäß dem IBS-Severity-Scoring-System (IBS-SSS) zu dokumentieren und Angaben zur IBS-spezifischen Lebensqualität (IBS-QoL) zu machen. Vor jeder Untersuchung wurden Stuhlproben genommen. Ein signifikanter Unterschied in der Verbesserung des IBS-SSS-Scores wurde 3 Monate nach der Behandlung (p=0,012) zugunsten von Placebo beobachtet. Ähnliches traf laut den Studienautoren auf die IBS-QoL-Daten nach 3 Monaten zu (p=0,003). Bei Patienten, die FMT-Kapseln erhielten, nahm die Diversität der fäkalen Mikrobiota zu, bei den Patienten unter Placebo hingegen nicht. (ac) Fazit Die Studienautoren konnten keine Symptomlinderung bei IBS-Patienten durch eine Veränderung des Darm-Mikrobioms nachweisen. Patienten in der Placebo-Gruppe zeigten nach drei Monaten eine stärkere Symptomverbesserung im Vergleich zur FMT-Gruppe. Autoren: Halkjær SI et al. Korrespondenz: Dr. Andreas Munk Petersen, Department of Gastroenterology, Copenhagen University Hospital Hvidovre, Kopenhagen 2650, Dänemark; [email protected] Studie: Faecal microbiota transplantation alters gut microbiota in patients with irritable bowel syndrome: results from a randomised, double-blind placebo-controlled study Quelle: Gut 2018;67(12):2107–2115. Web: gut.bmj.com/content/67/12/2107
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