Fahrplan für die Zukunft der Hepatitis-B-Therapieentwicklung erstellt

Hepatitis B Virus-Forschung mit Zellkulturen. (Foto: © T Volz/UKE)

Für die Steuerung der Entwicklung kurativer Therapien bei einer Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) braucht es Biomarker. Mögliche Kandidaten sind nun in einer Übersichtsarbeit bewertet und ein Fahrplan für ihre Weiterentwicklung erstellt worden.

Die Entwicklung kurativer Therapien für chronische HBV-Infektionen, von denen weltweit etwa 296 Millionen Menschen betroffen sind, wird in der öffentlichen und privaten Gesundheitsforschung intensiv vorangetrieben. Denn diese Viren lösen häufig Leberzirrhose- und Leberkrebs aus. Um die Wirksamkeit neuer Therapien beurteilen und diese weiter entwickeln zu können, werden geeignete Biomarker dringend benötigt.

Während einer Fachtagung der „International Coalition to Eliminate Hepatitis B Virus (ICE-HBV)“ im Oktober 2020 wurde der klinische Nutzen von klassischen und neuen viralen und immunologischen Biomarkern diskutiert. Aufbauend auf dieser Diskussion hat eine Gruppe von Hepatitis-Forschenden aus Akademie, Klinik und pharmazeutischer Industrie – unter ihnen die DZIF-Wissenschaftler Prof. Maura Dandri, Prof. Dieter Glebe und Prof. Ulrike Protzer – in zweijähriger Arbeit die Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Herausforderungen vorhandener und neuer, innovativer HBV-Biomarker untersucht und bewertet. Die internationale Gruppe entwickelte einen detaillierten Fahrplan für das weitere wissenschaftliche Vorgehen in der Biomarker-Entwicklung. Ziel ist es, damit der Entwicklung kurativer Therapien der chronischen Hepatitis B schnellstmöglich den Weg zu ebnen.

Glebe hebt hervor: „Das, was wir routinemäßig in unserer Diagnostik bestimmen können, reicht nicht aus, um die Ausheilung einer HBV-Infektion abschließend beurteilen zu können“. „Um effektiv neue Therapien zu entwickeln brauchen wir bessere Biomarker,“ ergänzt Prof. Ulrike Protzer.

An der Erstellung des Fahrplans zur Biomarker-Entwicklung waren Wissenschaftler aus elf Ländern und von fünf Kontinenten beteiligt. Die Bedeutung dieser herausragenden internationalen Zusammenarbeit von öffentlichen Wissenschaftsinstitutionen, Kliniken und pharmazeutischer Industrie hebt Prof. Maura Dandri hervor: „Die Erforschung neuer HBV-Biomarker spielt auch im DZIF-Projekt „Hepatitis B – Hin zur Heilung“ eine zentrale Rolle, und die HBV-Biomarker-Studie zeigt den essentiellen Beitrag des DZIF zu dieser internationalen Anstrengung.“