FBN veröffentlicht Positionspapier zur tiergerechten Kälberaufzucht

Mutterkuhhaltung (Symbolbild) Foto: © Countrypixel – stock.adobe.com

Das FBN hat ein neues Positionspapier zur tiergerechten Aufzucht von Kälbern unter dem Titel „Tiergerechte Aufzucht von Kälbern – Herausforderungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfehlungen für die Praxis“ veröffentlicht.

Das Papier des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie (FBN) fasst den aktuellen Stand der Forschung zusammen. Es beinhaltet konkrete Empfehlungen für Landwirtschaft, Beratung und Politik.

Positionspapier zeigt entscheidende Stellschrauben für Tiergesundheit auf

Die ersten Lebenswochen sind für Kälber entscheidend. In dieser Phase werden zentrale Grundlagen für Immunsystem, Stoffwechsel, Verhalten und spätere Leistungsfähigkeit gelegt. Gleichzeitig ist das Risiko für Erkrankungen und Verluste besonders hoch.

Das Positionspapier zeigt, dass eine frühzeitige und ausreichende Kolostrum- und Milchversorgung, geeignete Haltungsbedingungen sowie frühe soziale Kontakte wesentliche Stellschrauben für Tiergesundheit und Tierwohl sind.

Kuhgebundene Kälberaufzucht fördert das Tierwohl am stärksten

Ein besonderer Fokus liegt auf der ad-libitum-Milchversorgung in den ersten Lebenswochen und der frühzeitigen Gruppenhaltung. Auch weist das Papier auf die große Bedeutung der kuhgebundenen Kälberaufzucht als besonders tierwohlorientiertem Ansatz hin.

Darüber hinaus werden in dem Papier aktuelle gesetzliche Vorgaben eingeordnet und den weitergehenden wissenschaftlichen Empfehlungen, unter anderem der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), gegenübergestellt.

Investition in mehr Tierwohl zahlt sich auf lange Sicht aus

„Eine tiergerechte Kälberaufzucht ist keine optionale Zusatzleistung, sondern eine Investition in Tiergesundheit, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz der Milchviehhaltung“, betonen die Autoren und Autorinnen.

Viele der empfohlenen Maßnahmen erfordern zwar anfänglich mehr Aufwand, zahlen sich jedoch langfristig durch robustere, gesündere Tiere aus.


Originalpublikation:

FBN_Positionspapier_Kaelber.pdf