Fingerstich-Bluttest: Alzheimer-Biomarker künftig auch aus der Ferne messbar16. Januar 2026 Erstmals wurden Biomarker für Alzheimer in Blut aus einer Fingerstichprobe zuverlässig analysiert. (Bild: © kittyfly/stock.adobe.com) Eine internationale Studie zeigt erstmals, dass Alzheimer-Biomarker zuverlässig über einfache Blutproben aus der Fingerspitze nachweisbar sind. Die Proben können zu Hause entnommen und ohne Kühlung oder Vorverarbeitung an Labore geschickt werden. Die Studie wurde vom US-Institut Banner Health in Zusammenarbeit mit der University of Exeter Medical School durchgeführt und vom National Institute for Health and Care Research (NIHR) gefördert. Die Ergebnisse wurden kürzlich in „Nature Medicine“ veröffentlicht. Sie stellen die erste großangelegte Validierung dieser zugänglichen Testmethode dar, die geographische Barrieren aufhebt und die Alzheimer-Forschung global zugänglich macht, ohne spezialisierte medizinische Infrastruktur vorauszusetzen. Das DROP-AD-Projekt wurde an sieben europäischen medizinischen Zentren, darunter die Universitäten Göteborg und Exeter, durchgeführt. Es testete erfolgreich 337 Teilnehmende und bewies, dass die Blutentnahme aus der Fingerspitze Schlüsselmarker für Alzheimer-Pathologie und neuronale Schädigungen präzise messen kann. Damit wird die Teilnahme an Forschungsvorhaben weltweit möglich, ohne dass die logistischen Einschränkungen herkömmlicher Biomarker-Studien bestehen, die bisher auf gut ausgestattete Kliniken beschränkt waren. Alzheimer wird üblicherweise durch bildgebende Verfahren des Gehirns oder durch Untersuchungen der Rückenmarksflüssigkeit bestätigt – Verfahren, die invasiv und teuer sind. Bluttests, die Biomarker wie p-tau217 messen, entwickeln sich zunehmend zu präzisen und leicht zugänglichen Methoden für die Alzheimer-Diagnostik. Obwohl die Blutentnahme durch Venenpunktion einfacher ist als Verfahren wie Lumbalpunktionen oder Gehirnscans, bestehen außerhalb von Kliniken weiterhin praktische Hürden. Dazu gehören die Handhabung und Lagerung der Proben sowie die Verfügbarkeit von geschultem Personal für die Probenentnahme. Fingerstich-Methode: Nachweis von Alzheimer-Biomarkern Die Forschenden testeten eine neue Methode, bei der wenige Tropfen Blut aus der Fingerspitze auf eine Karte getrocknet werden. Damit konnten in den 337 Studienteilnehmenden Proteine nachgewiesen werden, die mit Alzheimer und anderen Hirnveränderungen in Verbindung stehen. Die Studie zeigte, dass die Konzentration von p-tau217 in den Fingerblutproben gut mit den Ergebnissen gängiger Bluttests übereinstimmte und Alzheimer-assoziierte Veränderungen im Liquor mit einer Genauigkeit von 86 Prozent nachweisen konnte. Zwei weitere Marker – GFAP und NfL – wurden ebenfalls erfolgreich gemessen und zeigten eine hohe Übereinstimmung mit herkömmlichen Tests. Bedeutung für Forschung und inklusive Studien Die Ergebnisse legen nahe, dass diese einfache Technik großangelegte Studien und Ferntests ermöglichen könnte, einschließlich bei Personen mit Down-Syndrom, die ein höheres Alzheimer-Risiko tragen, sowie weiteren unterversorgten Populationen. Die Methode ist auch für Forschungsanwendungen jenseits von Alzheimer vielversprechend, darunter Studien zu Parkinson, Multipler Sklerose, ALS und Hirnverletzungen durch den Nachweis und die genaue Messung von NfL, einem wichtigen Biomarker für Neurodegeneration. Die Forschenden betonen, dass vor einer klinischen Anwendung noch umfangreiche weitere Forschung und Validierung erforderlich sind und weisen darauf hin, dass die Methode noch nicht für den klinischen Einsatz geeignet ist. (lj/BIERMANN) Außerdem interessant zum Thema Alzheimer: Studie zeigt: Herpes-zoster-Impfung könnte den Krankheitsverlauf von Demenz verlangsamen Körperliche und geistige Aktivität beeinflussen Alzheimer-Biomarker positiv
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