Fischkonsum mit geringerem Risiko für hypertensive Schwangerschaftserkrankungen assoziiert4. November 2026 Symbolbild KI-generiert mit Gemini. Ein höherer Fischkonsum vor und während der Schwangerschaft ist in einer japanischen Kohortenstudie mit einem geringeren Risiko für hypertensive Schwangerschaftserkrankungen (HDP) verbunden gewesen. Die Ergebnisse wurden im „European Journal of Nutrition“ veröffentlicht. Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen gehören zu den häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft und umfassen unter anderem die Gestationshypertonie und die Präeklampsie. Da die Ernährung ein beeinflussbarer Faktor ist, wird untersucht, ob bestimmte Ernährungsgewohnheiten mit dem Risiko für HDP zusammenhängen. Fisch ist eine wichtige Quelle für langkettige, mehrfach ungesättigte n-3-Fettsäuren (PUFA), denen unter anderem entzündungshemmende und gefäßbezogene Wirkungen zugeschrieben werden. Fischkonsum vor der Schwangerschaft und frühe HDP Für die Studie werteten die japanischen Forschenden Daten der Japan Environment and Children’s Study (JECS) aus. Die prospektive Kohorte umfasste 86.009 Frauen. Erfasst wurden der Fischkonsum sowie die Aufnahme von Omega-3- und Omega-6-PUFAs im Jahr vor der Schwangerschaft und während der mittleren bis späten Schwangerschaft. Die Teilnehmerinnen wurden jeweils anhand ihrer Aufnahme in fünf Gruppen eingeteilt. Ein höherer Fischkonsum im Jahr vor der Schwangerschaft war mit einem geringeren Risiko für früh einsetzende hypertensive Schwangerschaftserkrankungen verbunden. Bei Frauen mit der höchsten Fischaufnahme lagen die adjustierten Odds für eine früh einsetzende HDP um 34 Prozent niedriger als in der Gruppe mit der geringsten Aufnahme (aOR 0,66). Bei Frauen in ihrer ersten Schwangerschaft war der Zusammenhang ausgeprägter. Hier waren die Odds für eine früh einsetzende HDP in der Gruppe mit der höchsten Fischaufnahme um 43 Prozent niedriger (aOR 0,57). Während der Schwangerschaft Zusammenhang mit später HDP Während der Schwangerschaft wiesen Frauen in der vierten von fünf Gruppen ein um 14 Prozent geringeres Risiko für hypertensive Schwangerschaftserkrankungen (HDP) insgesamt auf (aOR 0,86). Bei Frauen in ihrer ersten Schwangerschaft war ein höherer Fischkonsum zudem mit einem um 21 Prozent geringeren Risiko für spät einsetzende HDP verbunden (aOR 0,79). Die Ergebnisse waren allerdings nicht für alle Ernährungsparameter gleichermaßen ausgeprägt. Für die Gesamtaufnahme von Omega-3-PUFAs zeigten sich schwächere und weniger konsistente Zusammenhänge. Die beobachteten Assoziationen lassen sich daher nach Angaben der Forschenden nicht allein durch die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren erklären. Zudem waren die Zusammenhänge vor allem bei Frauen in ihrer ersten Schwangerschaft zu beobachten und bei Frauen, die bereits geboren hatten, nicht statistisch signifikant. Keine Aussage über kausalen Schutzeffekt Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich aus den Ergebnissen nicht ableiten, dass Fischkonsum hypertensive Schwangerschaftserkrankungen verhindert. Die Ernährung der Teilnehmerinnen wurde nicht kontrolliert, sodass auch andere Faktoren zu den beobachteten Zusammenhängen beigetragen haben könnten. Nach Einschätzung der Forschenden sprechen die Ergebnisse dennoch dafür, Fischkonsum bereits vor der Schwangerschaft und während der Schwangerschaft als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung weiter zu empfehlen. Ob Fischkonsum selbst das Risiko für hypertensive Schwangerschaftserkrankungen senken kann, müsse in weiteren Studien, insbesondere kontrollierten Interventionsstudien, untersucht werden. (lj/BIERMANN)
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