Aktuelles zur Tollwut in Deutschland24. Februar 2026 (Symbolbild) Foto: © Brian Jackson – stock.adobe.com Am 10. Februar 2026 wurde in Rheinland-Pfalz bei einem aus der Russischen Föderation eingeführten jungen Hund eine Infektion mit dem Rabiesvirus (RABV) amtlich festgestellt und durch das Nationale Referenzlabor (NRL) bestätigt. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) weist darauf hin, dass Tollwut bei unklarer Herkunft des Tieres und entsprechender Symptomatik differentialdiagnostisch berücksichtigt werden muss. Laut vorgelegtem Impfpass sei das betreffende Tier sowohl mittels Mikrochip gekennzeichnet als auch gegen Tollwut geimpft gewesen. Zudem war demnach auch die gemäß Vorgaben 30 Tage nach Impfung durchzuführende serologische Untersuchung des Antikörpertiters erfolgt. Ebenso wurde die anschließende dreimonatige Wartezeit vor der Verbringung in die EU eingehalten. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist jedoch davon auszugehen, dass die Eintragungen im Impfpass sowie in den begleitenden Dokumenten inkorrekt bzw. nicht authentisch waren, so das FLI in einer Kurzmitteilung. Deutschland gilt seit über 25 Jahren als frei von terrestrischer Tollwut Deutschland gilt seit 2008 offiziell als frei von klassischer, terrestrischer Tollwut durch das Rabiesvirus (RABV). Auch die epidemiologische Situation in der EU sei – mit Ausnahme von Rumänien – insgesamt günstig. So konnte die fuchsvermittelte Tollwut in weiten Teilen erfolgreich eliminiert werden. Tollwutfälle bei importierten Heimtieren in der EU seien selten und stünden im Zusammenhang mit illegalen Tierverbringungen bzw. unzulässigen Importen. Zwischen 2000 und 2025 wurden in Europa 31 Tollwutfälle bei illegal verbrachten Tieren registriert, wie das FLI weiter mitteilt. In Deutschland trat zuletzt im Jahr 2021 ein Importfall auf. Damals verendete ein aus der Türkei illegal verbrachter Hund in Bremen an Tollwut. Bei unklarer Herkunft und klinischen Symptomen in Differentialdiagnose einbeziehen Ohne Prävention ist Tollwut eine tödlich verlaufende Zoonose und unterliegt folglich einer strengen Überwachung. Insbesondere bei entsprechender klinischer Symptomatik und anamnestischen Hinweisen ist Tollwut stets als Differentialdiagnose in Betracht zu ziehen. Als diesbezügliche Hinweise sind etwa ein Auslandsbezug, unklare Herkunft und Import zu werten. Außerdem weist das FLI darauf hin, dass neben der klassischen Tollwut bei Fledermäusen in Deutschland verschiedene Lyssaviren nachgewiesen werden, die ebenfalls eine Tollwuterkrankung verursachen können. Impfung ist beste Präventionsmaßnahme Auch die Bundestierärztekammer (BTK) und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) haben zur erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. So sagte BTK-Präsident Dr. Holger Vogel: „Tierhaltende sollten Hunde und Katzen konsequent und routinemäßig gegen Tollwut impfen lassen. Ein lückenloser, verlässlicher Impfschutz ist die wichtigste Präventionsmaßnahme.“ BTK: Auslandstierschutz mit Risiko – Tollwutfall alarmiert – Biermann Medizin „Liebe dein Haustier“ und beziehe Tiere nur aus vertrauenswürdigen Quellen – Biermann Medizin dpa-Meldung vom 19.02.2026 Rheinland-Pfalz Auch die Umweltministerin von Rheinland-Pfalz rät zur Impfung von Haustieren Nach Bekanntwerden des Falls eines an Tollwut verendeten Hundes im Rhein-Pfalz-Kreis hat Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) allen Tierhaltern empfohlen, ihre Tiere impfen zu lassen. „Das senkt das Risiko, dass ein Biss oder Kratzer lebensbedrohlich wird. Auf diese Weise können Ansteckungen verhindert, Tiere und Menschen geschützt werden“, sagte sie. Tollwut sei weltweit weiterhin verbreitet. Für die Einreise von Hunden und Katzen aus anderen Ländern würden daher rechtlich hohe Anforderungen gelten, um eine Einschleppung der Krankheit zu verhindern. Wegen des an Tollwut verendeten Hundes aus Russland ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tiergesundheitsgesetz. Dem Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz zufolge sind zwischen Januar 2021 und Februar 2026 zehn Fälle bekannt, in denen illegaler Welpenhandel und/oder ein gefälschter Impfpass im Bundesland eine Rolle spielte. „Bei den zehn Anzeigen handelt es sich ausschließlich um Hundewelpen“, teilte das LKA in Mainz mit. „Mutmaßlich wurden diese aus Rumänien, Serbien, Russland und Polen illegal eingeführt.“ Deutschland gilt seit 2008 als frei von der klassischen Form der Tollwut. Die Symptome der Tollwut können sich bei Haustieren dem Ministerium zufolge in Wesensveränderungen mit Aggressivität und Bissigkeit ohne erkennbaren Grund äußern. Außerdem können die Tiere Schreckhaftigkeit, Scheu und Nervosität, Schluckbeschwerden mit starkem Speicheln, Angst vor Wasser, Krämpfen und Lähmungen zeigen.
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