FLI bestätigt weiteres Shamonda-Virus-verwandtes Orthobunyavirus1. September 2026 (Symbolbild) Foto: Rimas Jas – stock.adobe.com Neueste Untersuchungsergebnisse des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) weisen laut einer tagesaktuellen Mitteilung auf ein zweites Einschleppungs- und Ausbreitungsereignis in Deutschland hin. Wie das FLI berichtet zeigen Sequenzanalysen von PCR-positiven Proben im Nordwesten und Osten Deutschlands, dass neben der Variante „Shamonda-Virus/DE/2026“, die seit Juli vor allem in Süddeutschland, der Schweiz und Frankreich auftrat, eine weitere mit dem Shamonda-Virus verwandte Variante vorkommt. Die Rinderproben stammen aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachen, Hessen und Thüringen. Dieses Virus gehöre immer noch zur Spezies Orthobunyavirus Schmallenbergense der Simbu-Serogruppe und ist mit dem ursprünglich in Afrika und Japan beschriebenen Shamonda-Virus verwandt, so das FLI. Es zeige aber eindeutige Unterschiede zur zuerst in der Schweiz, Frankreich und Süddeutschland nachgewiesenen Variante Shamonda-Virus/DE/2026. Variante 1 und 2 unterscheiden sich in allen drei Genomsegmenten Zur einfacheren Unterscheidung werden sie nun als Shamonda-Virus Europe 1 (SHAV-EU1) für die erste Variante und Shamonda-Virus Europa 2 (SHAV-EU2) für die zweite Variante bezeichnet. Es handelt sich daher bei dem derzeitigen Seuchengeschehen um zwei unabhängige Ereignisse, die sich in manchen Bundesländern bereits überschneiden. Zur besseren Einordnung der zweiten Virusvariante laufen derzeit genauere phylogenetische Analysen. Erste Untersuchungen zeigen aber, dass sich alle drei Genomsegmente des Shamonda-Virus Europa 2 vom SHAV-EU1 unterscheiden. Ob ein ausreichender Kreuzschutz zwischen den beiden Varianten nach Infektion vorliegt, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Wirtsspektrum noch nicht abschließend geklärt Unbekannt ist derzeit noch das genaue Wirtsspektrum der neuen Variante. Alle positiven Proben für SHAV-EU2 stammen bisher von Rindern. Infektionen mit Shamonda-Virus Europe 1 wurden bislang bei Rind, Pferd, Schaf und Ziege nachgewiesen. In Deutschland zirkulieren jetzt mit dem Schmallenberg-Virus und den beiden Shamonda-Virus-verwandten Varianten drei Orthobunyaviren der Simbu-Serogruppe. Es sei daher nicht unwahrscheinlich, dass diese Viren gegenseitig Genomsegmente austauschen und sich entsprechend verändern (reassortieren), wie das FLI erklärt. Weitere Informationen sind zu finden unter: Shamonda-Virus | Friedrich-Loeffler-Institut
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