FLI: Seit Mitte September ist das West-Nil-Virus deutlich aktiver

Karte: Nachgewiesene Fälle von Infektionen mit WNV bei Vogel und Pferd farblich auf Landkreisebene dargestellt für die Jahre 2021 bis 2025 kombiniert mit den derzeit aktuellen Fallzahlen des Jahres 2026 (Stand: 26.10.2026) Abb.: © FLI

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) teilt aktuell mit, dass nachdem in dieser Saison bis Anfang September ein moderates West-Nil-Virus-Infektionsgeschehen für Deutschland zu beobachten war, die Infektionsfälle in Vögeln und Pferden bis Ende Oktober deutlich zugenommen haben.

Bis zum 26. Oktober 2026 bestätigte das Nationale Referenzlabor für West-Nil-Virus-Infektionen (WNV) am FLI insgesamt 17 Fälle bei Pferden und 25 Fälle bei Wild- und Zoovögeln.

Das Virus trat vereinzelt, aber flächenmäßig weit verbreitet in den bekannten Endemiegebieten wie z.B. Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachen, Sachsen-Anhalt, Sachsen oder Thüringen auf, so das FLI.

Gehäuft wurden nachgewiesene Erkrankungsfälle bei Pferden und Vögeln in Südwest-Deutschland, speziell im Oberrheingraben (Oberrheinischen Tiefebene) festgestellt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei von einer dauerhaften Etablierung des Virus in diesen neuen Gebieten auszugehen.

Die WNV-Saison ist noch nicht beendet

Bei neurologischen Symptomen bei Vogel und Pferd sollte weiterhin eine Infektion mit dem WNV als wichtige Differentialdiagnose abgeklärt werden.

Trotz allem bleibt das diesjährige WNV-Infektionsgeschehen in Deutschland im Vergleich zu den massiv gestiegenen Fallzahlen in anderen europäischen Ländern in diesem Jahr, wie z.B. Italien, Griechenland oder Frankreich, noch moderat, wie das FLI schreibt. Auch in den westlichen Nachbarländern wie Belgien oder den Niederlanden gebe es deutlich höhere Infektionszahlen in den Tieren und den Menschen als in Deutschland.

2026: WNV zeigt noch nie zuvor dagewesenes Ausmaß in Europa

Laut European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) und Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zeigt das WNV in 2026 ein noch nie dagewesenes Ausmaß in Europa und betrifft ein größeres geografisches Gebiet als in jeder bisherigen Saison. Die Zahl der Infektionen beim Menschen und der Ausbrüche bei Tieren übersteigt ebenfalls die in den Vorjahren gemeldeten Werte (https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/10410).