FODMAP beim Reizdarm-Syndrom12. September 2017 © mkldesign – fotolia.com Die Symptome eines Reizdarm-Syndromes stehen mit dem Gehalt von FODMAP in Zusammenhang und sind mit Veränderungen des Metaboloms assoziiert, wie eine aktuelle Studie ergeben hat. In einer Untergruppe von Patienten führten FODMAP zu einer Modulierung der Histaminwerte und des Mikrobioms; beides könnte zu einer Veränderung von IBS-Symptomen führen, erklären die Autoren. Die Wissenschaftler führten eine kontrollierte, einfach verblindete Studie mit IBS-Patienten (IBS nach den Rom-III-Kriterien) durch, die 3 Wochen lang randomisiert eine Ernährung mit geringem (n=20) oder hohem (n=20) FODMAP-Gehalt erhielten. Die Symptome der Probanden wurden mit dem IBS Symptom Severity Score (IBS-SSS) gemessen. Die Beurteilung des Metaboloms erfolgte mit dem Lactulose-Atemtest (lactulose breath test [LBT]) und dem Stoffwechselprofil im Urin mittels Massenspektrometrie. Die Zusammensetzung der Bakterien im Stuhl wurde mittels 16S-rRNA-Gen-Profiling bestimmt. Abbildung: FODMAP © mkldesign – fotolia.com Insgesamt ernährten sich 37 Patienten (19 mit niedrigem und 18 mit hohem FODMAP-Gehalt) nach der ihnen zugewiesenen Diät. Der IBS-SSS nahm unter Ernährung mit geringem FODMAP-Gehalt ab (p<0,001), nicht aber unter der mit hohem FODMAP-Gehalt. Der LBT zeigte einen leichten Anstieg der H2-Produktion in der Gruppe mit wenig im Vergleich zu der mit viel FODMAP. Die Analyse der Stoffwechselprofile des Urins ergab signifikante Unterschiede zwischen den Patientengruppen nach der jeweiligen 3-wöchigen Ernährung (p<0,01). Dabei waren 3 Metaboliten – Histamin, P-Hydroxybenzolsäure, Azelainsäure) hauptsächlich für die Unterscheidbarkeit der beiden Gruppen verantwortlich. Histamin – als Maß der Immunaktivierung – erwies sich als in der Gruppe mit wenig FODMAP um das 8-Fache reduziert (p<0,05). Zudem erhöhte eine Ernährung mit geringem FODMAP-Gehalt das Vorkommen und die Vielfalt von Actinobacteria, während unter einer Ernährung mit hohem FODMAP-Gehalt die relative Menge an gaskonsumierenden Bakterien abnahm. Autoren: McIntosh K et al. Korrespondenz: Dr. Stephen Vanner, GI Diseases Research Unit, Kingston General Hospital, 76 Stuart St., Kingston, ON K7L 2V7, Kanada; [email protected] Studie: FODMAPs alter symptoms and the metabolome of patients with IBS: a randomised controlled trial Quelle: Gut 2017;66(7):1241–1251. Web: www.gut.bmj.com
Mehr erfahren zu: "Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert" Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert Moderne CGRP-Medikamente helfen vielen Migränepatienten, aber nicht allen – und welches Mittel wirkt, lässt sich bislang nicht vorhersagen. Neue Rabattregeln könnten den nötigen Präparatewechsel nun erschweren, warnt die Fachgesellschaft DMKG. […]
Mehr erfahren zu: "Organspende: Neue Informationsangebote bei Patientenfragen" Organspende: Neue Informationsangebote bei Patientenfragen Neue Materialien von BIÖG und Hausärztinnen- und Hausärzteverband unterstützen Hausarztpraxen bei der Aufklärung zur Organspende. Flyer, Plakat und digitale Angebote greifen häufige Fragen und Irrtümer auf.
Mehr erfahren zu: "Spatenstich für neue Insulinfabrik in Frankfurt" Spatenstich für neue Insulinfabrik in Frankfurt Der Pharmakonzern Sanofi errichtet in Frankfurt eine neue Produktionsanlage für Insulin. Das ist wichtig für Diabetiker und weit über den Standort hinaus bedeutsam. Es geht um Versorgungsfragen in Europa.