Forensik-Neubau mit 150 Betten in Hörstel fertiggestellt12. Juni 2023 NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (l.) übergibt den symbolischen Schlüssel des neuen LWL-Therapiezentrums für Forensische Psychiatrie Münsterland an Dr. Georg Lunemann, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. (Foto: LWL/Urban) Bei einem Festakt hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann dem Landschaftsverband-Westfalen-Lippe (LWL) den Schlüssel zum neuen LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Münsterland in Hörstel übergeben. Nach etwa zwei Jahren Bauzeit ist das neue LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Münsterland in Hörstel (Kreis Steinfurt) offiziell an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) übergeben worden. Dazu überreichte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann dem Direktor des Landschaftsverbandes, Dr. Georg Lunemann, an Anfang Juni bei einem Festakt den symbolischen Schlüssel für das neue Klinikgebäude. „Die Fertigstellung des neuen LWL-Therapiezentrums für Forensische Psychiatrie Münsterland ist ein wichtiger Meilenstein bei der Schaffung neuer Unterbringungsplätze in der forensischen Psychiatrie in NRW. Da seit vielen Jahren die gerichtlichen Unterbringungsanordnungen steigen, werden die neuen Plätze dringend benötigt“, sagte Laumann. „Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat die Eröffnung der neuen forensischen Klinik im Münsterland herbeigesehnt. Sie wird dringend benötigt. Denn sie wird die überbelegten LWL-Maßregelvollzugskliniken, die seit Jahren unter den deutlich gestiegenen Zuweisungs- und Belegungszahlen in Westfalen-Lippe leiden, entlasten“, sagte der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Dr. Georg Lunemann. Lunemann lobte in seiner Rede die hohe Sachlichkeit, mit der die Bürgerinnen und Bürger dem Bau einer neuen forensischen Klinik in Hörstel begegnet seien. Er dankte vor allem den Mitgliedern des Planungsbeirates, die in den vergangenen neun Jahren die Anliegen, kritischen Fragen, Sorgen und Ängste der von ihnen vertretenen Gruppen gegenüber Vertretern des Landes und des LWL artikuliert haben. „Sie haben das Fundament für eine Akzeptanz für die Aufgaben des Maßregelvollzuges gelegt. Und ich hoffe sehr, dass der zukünftige Beirat der Klinik in diesem Sinne weiterhin kritisch-konstruktiv die Arbeit der Klinik begleiten wird“, sagte Lunemann. Der Beirat hatte unter anderem Einfluss auf die Bauplanung genommen. So verfügt die Klinik nun über eine Turnhalle mit einem zusätzlichen sicheren und separaten Zugang, damit sie in den Abendstunden von örtlichen Sportvereinen genutzt werden kann. Hintergrund: Das LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Münsterland in Hörstel ist nach Angaben des LWL eine der modernsten forensisch-psychiatrischen Kliniken in Deutschland, wenn sie im Spätsommer 2023 in Betrieb geht. Sie ist die erste neue forensisch-psychiatrische Klinik, die im Rahmen des zweiten Ausbauprogramms des Landes NRW fertiggestellt wurde. Träger der Klinik ist der LWL. Die Fachklinik verfügt über 150 gesicherte Plätze für die Behandlung erwachsener psychisch-kranker und suchtkranker Männer, die im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung eine erhebliche Straftat begangen haben und von einem Gericht in ein psychiatrisches Krankenhaus oder eine Entziehungsanstalt eingewiesen worden sind. Die Einrichtung dient zur Deckung des Bedarfs an Maßregelvollzugsplätzen für den Landgerichtsbezirk Münster. Die Patienten werden dort künftig auf sechs Stationen mit je drei Wohngruppen in Einzelzimmern untergebracht. Neben regulären Behandlungsstationen gibt es für Krisenfälle zwei Intensivbehandlungswohngruppen. Zusätzlich gibt es auf dem Gelände eine Reha-Station mit zehn Patientenzimmern. Hier werden Patienten betreut, die bereits deutliche Fortschritte in ihrer Behandlung gemacht haben und bei denen eine Entlassung aus der forensischen Psychiatrie absehbar ist. Eine Gärtnerei, ein Sportplatz, eine Cafeteria, ein Schul- und Werkstattgebäude sowie ein Verwaltungstrakt ergänzen das Raumangebot. Die LWL-Maßregelvollzugsklinik Rheine wird nach dem Umzug der Patienten untergebrachten Personen vorerst stillgelegt. Das Land Nordrhein-Westfalen plant dort nach einem umfangreichen Umbau und Sanierung eine Wiederinbetriebnahme als forensische Fachklinik für suchtkranke Personen mit 68 Plätzen spätestens 2026.
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