Forschende grenzen das Sensitive-Skin-Syndrom von Rosazea ab13. Mai 2026 Symbolbild: © Shisu_ka – stock.adobe.com Eine Studie liefert neue Hinweise darauf, dass das Sensitive-Skin-Syndrom biologisch klar von Rosazea zu unterscheiden ist. Wichtige Entzündungsmechanismen der Rosazea fanden sich bei empfindlicher Haut nicht. Das Sensitive-Skin-Syndrom betrifft Millionen von Menschen und ist gekennzeichnet durch Symptome wie Brennen, Stechen, Jucken, Kribbeln, Spannungsgefühl, Schmerzen und Erythem, ausgelöst durch Umwelt-, chemische, hormonelle oder psychische Faktoren. Da sich diese Symptome mit denen der Rosazea überschneiden, werden beide Erkrankungen in der klinischen Praxis häufig verwechselt. Sensitive Skin oder Rosazea? Die Pilotstudie, veröffentlicht im „Journal of the American Academy of Dermatology“, untersuchte nun, ob die für Rosazea charakteristischen pathophysiologischen Schlüsselmechanismen – einschließlich einer Überwucherung mit Demodex folliculorum und einer gesteigerten Aktivität der angeborenen Immunität – auch zum Sensitive-Skin-Syndrom beitragen. Die Forschenden fanden, dass dies nicht der Fall ist. „Diese Ergebnisse stützen unsere laufenden Arbeiten dahingehend, dass das Sensitive-Skin-Syndrom eine eigenständige Hauterkrankung ist und nicht schlicht eine mildere Form der Rosazea, einer Erkrankung, die für die Vermittlung von Hautempfindlichkeit gut bekannt ist“, sagt Prof. Adam Friedman von der George Washington University School of Medicine and Health Sciences in Washington (USA). Diese Differenzierung sei bedeutsam, weil sie Ärzten helfen kann, Behandlungen zu vermeiden, von denen Patienten mit empfindlicher Haut möglicherweise nicht profitieren, und stattdessen rezeptfreie und verschreibungspflichtige Therapien in den Fokus zu rücken, die besser mit der Biologie der Erkrankung übereinstimmen. Untersuchung der Demodex-Besiedlung Die Studie umfasste 30 Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, jeweils zur Hälfte mit Sensitive-Skin-Syndrom und mit nicht empfindlicher Haut. Die Forschenden verwendeten eine hochauflösende Hautbildgebung, um das Vorhandensein von Demodex folliculorum zu beurteilen. Zudem analysierten sie Hautproteine, um die Konzentration antimikrobieller, mit Entzündungsprozessen assoziierter Peptide zu messen. Zu den zentralen Ergebnissen gehörten: Demodex-Milben traten bei Teilnehmerinnen mit Sensitive-Skin-Syndrom und bei Teilnehmerinnen mit nicht empfindlicher Haut in gleicher Häufigkeit auf. Zwei antimikrobielle Peptide, die bei Rosazea typischerweise erhöht sind – Cathelicidin und Dermcidin – waren bei Teilnehmerinnen mit Sensitive-Skin-Syndrom signifikant vermindert. Die Befunde legen nahe, dass die für Rosazea zentralen inflammatorischen Signalwege das Sensitive-Skin-Syndrom nicht antreiben. Eigener pathophysiologischer Mechanismus bei empfindlicher Haut „Diese Ergebnisse liefern biologische Hinweise darauf, dass das Sensitive-Skin-Syndrom über eigene, spezifische pathophysiologische Mechanismen verfügt“, sagt Nikita Menta, George Washington University School of Medicine and Health Sciences. Das Verständnis dieser Unterschiede sei entscheidend für die Entwicklung präziserer diagnostischer Kriterien und zielgerichteter Behandlungsstrategien. Die Autoren betonen, dass zusätzliche Forschung mit größeren Patientenkollektiven erforderlich ist, sehen die Ergebnisse aber als wichtigen Schritt auf dem Weg zur Definition des Sensitive-Skin-Syndroms als eigenständige dermatologische Entität. (ins)
Mehr erfahren zu: "Warken verteidigt Sparpläne: „Zumutung, aber notwendig“" Warken verteidigt Sparpläne: „Zumutung, aber notwendig“ Geplante Milliarden-Einsparungen bei den Gesundheitsausgaben empören Praxen und Kliniken. Die Ministerin stellt sich dem Unmut beim Ärztetag – größere Zugeständnisse signalisiert sie nicht.
Mehr erfahren zu: "Ärztepräsident: Spargesetz auf „Hold“ stellen" Ärztepräsident: Spargesetz auf „Hold“ stellen Geplante Milliarden-Einsparungen im Gesundheitswesen stoßen auf heftigen Protest bei Praxen und Kliniken. Vom Treffen der versammelten Ärzteschaft beim Deutschen Ärztetag in Hannover kommt ein Ruf nach einer Art Neustart der […]
Mehr erfahren zu: "KI-Sprachmodelle scheitern an der einfachen Analyse von Krankenhausdaten" KI-Sprachmodelle scheitern an der einfachen Analyse von Krankenhausdaten Große Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) zeigen deutliche Schwächen bei grundlegenden administrativen Aufgaben im Krankenhausalltag. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie eines Forschungsteams von der Icahn School of Medicine […]