Forscher identifizieren mögliches Medikament für CCM27. September 2018 Das als Färberwaid bezeichnete Kreuzblütengewächs Isatis tinctoria stammt aus Westasien und enthält den Wirkstoff Indirubin. (Foto: © LFRabanedo – Fotolia.com) Forscher aus Deutschland, Kanada und Frankreich haben am Mausmodell eine Substanz identifiziert, die Symptome der seltenen Blutgefäßerkrankung zerebrale kavernöse Fehlbildungen (cerebral cavernous malformations, CCM) lindert. Bei Patienten, die an der Erkrankung leiden, kommt es zu Verwachsungen der Blutgefäße im Gehirn, die zu Hirnblutungen und Schlaganfällen führen können. „Aktuell kann die Erkrankung nur durch einen neurochirurgischen Eingriff behandelt werden – jedoch nur, wenn die Verwachsungen nicht zu tief im Inneren oder in überlebenswichtigen Regionen des Gehirns liegen“, erklärte Prof. Salim Seyfried, gemeinsam berufener Professor der Universität Potsdam und der Medizinischen Hochschule Hannover. Er koordiniert die von dem transnationalen E-RARE-Net CCMCURE-Konsortium durchgeführte Studie. „Ein Medikament zur Behandlung der Erkrankung wäre dringend wünschenswert. Solche Untersuchungen von bereits existierenden Medikamenten für mögliche neue Einsatzgebiete sind der schnellste Weg, um Medikamente zu finden.“ Die Forscher des Konsortiums testeten mehr als 5000 von der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) zugelassene Verbindungen an etablierten CCM-Modellsystemen, darunter Fadenwürmer, Zebrafischeier und menschliche Zellen der Blutgefäßwand. „Die identifizierten Wirkstoffe haben es uns erlaubt, die relevanten molekularen Signalwege und Netzwerke aufzuklären, die eine Rolle in der Erkrankung spielen könnten. Die Analyse der für die zerebralen kavernösen Fehlbildungen relevanten molekularen Netzwerke wird auch dazu beitragen, kombinatorische Ansätze zur Bekämpfung dieser Krankheit zu entwickeln“, sagte Seyfried. Auch seien einige der in der Analyse identifizierten Verbindungen Kandidaten zur Behandlung anderer molekular bedingter Blutgefäßerkrankungen. Indirubin-3-Monoxime als mögliches Medikament identifiziert Aufgrund der Ergebnisse der Analysen in den Tiermodellen und menschlichen Zellen untersuchten die Wissenschaftler zuerst die Wirkung von Indirubin-3-Monoxime im Mausmodell. Indirubin-3-Monoxime ist ein Medikament, das nur geringe Nebenwirkungen verursacht, aus der traditionellen chinesischen Medizin stammt und dort häufig zur Behandlung von Leukämien und anderen chronischen Krankheiten eingesetzt wird. In molekularen und funktionellen Studien hatten die Forscher bereits herausgefunden, dass Indirubin-3-Monoxime die Verwachsungen in menschlichen Blutgefäßzellen und Zebrafischeiern verhindert. Bei der Untersuchung in Mausmodellen, die schlaganfallähnliche Blutungen im Gehirn aufwiesen, entdeckten sie, dass die Fütterung von Jungtieren mit Indirubin-3-Monoxime die Belastung durch die Verwachsungen linderte. Originalpublikation: Otten C. et al.: Systematic pharmacological screens uncover novel pathways involved in cerebral cavernous malformations. EMBO Molecular Medicine 2018:e9155.
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