Zucker in der frühen Entwicklung könnte das spätere Demenzrisiko beeinflussen24. August 2026 Symbolbild © lithiumphoto/stock.adobe.com Ein geringerer Konsum von Zucker während der Schwangerschaft sowie in den ersten ein bis zwei Lebensjahren könnte mit einem niedrigeren Demenzrisiko und einem späteren Krankheitsbeginn verbunden sein. Darauf weist eine Studie hin, die in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde. Für die Untersuchung analysierten die Forschenden Daten von 64.737 Personen aus Großbritannien, die vor oder nach der Zucker-Rationierung während und nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden. Die Rationierung endete 1953, woraufhin Zucker wieder uneingeschränkt verfügbar war. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Begrenzung des Zuckerkonsums in den frühesten Lebensphasen langfristige Vorteile für die Gehirngesundheit haben könnte“, erklärt Erstautor Jiazhen Zheng von der Hong Kong University of Science and Technology in Guangzhou (China). Die Resultate unterstrichen die mögliche Bedeutung der Ernährung in der frühen Entwicklung für das Demenzrisiko Jahrzehnte später. Zuckerexposition in den ersten Lebensjahren untersucht Die Teilnehmenden wurden danach eingeteilt, ob die Zucker-Rationierung bereits während der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr, während der Schwangerschaft und bis zum zweiten Lebensjahr oder gar nicht bestanden hatte. Ab einem durchschnittlichen Alter von 55 Jahren wurden die Teilnehmenden über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren anhand von Gesundheitsdaten auf das Auftreten einer Demenz beobachtet. Von 15.025 Personen, die bereits vor der Geburt und im ersten Lebensjahr einer Zucker-Rationierung ausgesetzt waren, entwickelten 388 eine Demenz. In der Gruppe mit Zucker-Rationierung bis zum zweiten Lebensjahr (15.256 Personen) erkrankten 456 Teilnehmende. Unter den 23.774 Personen, die nach dem Ende der Rationierung geboren wurden, wurden 504 Demenzdiagnosen registriert. Nach Anpassung an Alter, Geschlecht sowie Begleiterkrankungen wie Hypertonie und Diabetes zeigte sich: Personen mit einer geringeren Zuckerexposition bis zum Ende des ersten Lebensjahres hatten ein um 21 Prozent geringeres Demenzrisiko als Personen ohne Zucker-Rationierung. Bestand die geringere Zuckerexposition bis zum zweiten Lebensjahr, war das Demenzrisiko um 23 Prozent reduziert. Darüber hinaus trat eine Demenz bei Personen mit geringerer Zuckerexposition in der frühen Kindheit im Durchschnitt 2,6 Jahre später auf. Unterschiede im Gehirn erkennbar Bei einer kleineren Untergruppe lagen zusätzlich MRT-Aufnahmen des Gehirns vor. Teilnehmende mit geringerem Zuckerkonsum in der frühen Lebensphase wiesen ein größeres Gesamtvolumen der grauen Substanz sowie weniger Hyperintensitäten der weißen Substanz auf. Diese Veränderungen gelten als Marker für Schädigungen des Hirngewebes. „Eine Begrenzung des Konsums zugesetzter Zucker während der Schwangerschaft und im Säuglingsalter könnte eine sinnvolle Maßnahme sein, mit der Familien und Gesellschaft zur Förderung der Gehirngesundheit beitragen können“, so Zheng. Weitere Studien seien jedoch erforderlich, um die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen und daraus Empfehlungen für die öffentliche Gesundheitsvorsorge abzuleiten. Die Autoren weisen darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Aus den Ergebnissen lässt sich daher kein ursächlicher Zusammenhang zwischen frühem Zuckerkonsum und Demenzrisiko ableiten. (lj/BIERMANN) Das könnte Sie auch interessieren: Demenzprävention: Drei Risikofaktoren verkürzen die demenzfreie Lebenszeit
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