Forschung zum CCC: Freistellungsstipendium der Deutschen Leberstiftung vergeben30. Januar 2023 Freistellungs-Stipendiat der Deutschen Leberstiftung 2023 – Urkundenverleihung im Rahmen der GASL-Jahrestagung: Dr. Christoph Gerdes (l.), Prof. Ali Canbay (r., Tagungspräsident). (Quelle: © Deutsche Leberstiftung) Um die Initiierung und Planung klinischer Projekte oder Studien im Bereich der Hepatologie zu unterstützen, hatte die Deutsche Leberstiftung auch für das Jahr 2023 ein Freistellungsstipendium ausgelobt. Es wurde für ein Projekt vergeben, das sich mit einer Diagnosemöglichkeit für das Gallengangskarzinom (CCC, Cholangiozelluläres Karzinom) befasst. Dieses spezielle Stipendium der Deutschen Leberstiftung kann eingesetzt werden, um eine Freistellung von Ärzten von ihrer eigentlichen, klinischen Tätigkeit für die Projekt- beziehungsweise Studienplanung zu finanzieren. Das Stipendium umfasst die Übernahme von Personalkosten eines Arztes für bis zu drei Monate (bis 20.000 Euro). Um das Freistellungsstipendium hatten sich wieder zahlreiche Ärzte mit interessanten klinischen Studien und Projekten beworben. Die Prüfung und Begutachtung der Anträge erfolgte durch ein unabhängiges Gutachterkomitee, dessen Mitglieder PD Dr. Ursula Ehmer (München), Prof. Jens U. Marquardt (Lübeck) und Prof. Jonel Trebicka (Münster) waren. Die Gutachter beschlossen einstimmig die Unterstützung für ein Projekt, das sich mit dem Einsatz Flüssigbiopsie zur Diagnostik des CCC beschäftigt. „In diesem Jahr haben sich wieder sehr talentierte Wissenschaftler aus verschiedenen Zentren mit sehr spannenden Projekten auf das Freistellungsstipendium der Deutschen Leberstiftung beworben“, berichtet Trebicka. „Die Projekte waren aktuell und klinisch sehr relevant. Die Themen erstrecken sich von der Leber-Darm-Achse bei der Primär Sklerosierenden Cholangitis bis hin zur multimodalen Leberzellkrebs-Therapie. Dieses große Interesse zeigt, wie wichtig die Freistellung von der klinischen Arbeit für Clinician Scientists ist, um insbesondere eigene klinische Studien (IITs) zu starten und den Spagat zwischen Klinik und Forschung zu schaffen. Das Freistellungsstipendium der Deutschen Leberstiftung spielt dabei eine zentrale Rolle.“ Gefördert wird nun letzten Endes Dr. Christoph Gerdes von der Medizinischen Hochschule Hannover mit dem Projekt „Liquid biopsy zur Diagnostik von Cholangiokarzinomen“. Trebicka erläutert die Auswahl des Komitees: „Das geförderte Projekt von Herrn Dr. Gerdes beschäftigt sich inhaltlich mit der Liquid Biopsy als diagnostisches Tool beim CCC. Diese Krebsart ist sehr schwer zu behandeln, insbesondere, weil sie meist recht spät diagnostiziert wird. Für eine Therapie ist eine frühere Diagnose extrem wichtig. Nicht nur die möglichst frühe Diagnose eines CCCs, sondern auch die verschiedenen Subtypen spielen eine besondere Rolle in der Behandlung und Erforschung. Das geförderte Projekt besteht aus mehreren Stufen. Als erster Schritt wird die optimale Isolierung der zellfreien DNA aus der Galle durchgeführt, welche im nächsten Schritt sequenziert wird. Im letzten Schritt soll die Methodik prospektiv in der Klinik implementiert werden. Die Mischung aus einem exzellenten, sehr jungen Antragsteller mit einer exzellenten Publikationsleistung und der relevanten Fragestellung haben das Gutachterkomitee dazu bewogen, das Stipendium für dieses Projekt zu vergeben.“ Der mit einer Freistellung geförderte Stipendiat erhielt die Urkunde am 27. Januar 2023 im Rahmen der Jahrestagung der GASL (German Association for the Study of the Liver) durch den Tagungspräsidenten, Prof. Ali Canbay. Das Freistellungsstipendium zur Förderung von klinischen Studien und Projekten hat die Deutsche Leberstiftung auch für das Jahr 2024 ausgeschrieben. Weitere Informationen sind zu finden unter: www.deutsche-leberstiftung.de/foerderung
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