Forschungsprojekt zu den neurobiologischen Auswirkungen von Mobbing26. April 2019 Foto: © Rawpixel.com – Fotolia.com Forscher der Universitätsmedizin Mainz untersuchen die gesundheitlichen Folgen von Mobbing und potenzielle Präventivstrategien auf neuronaler Ebene. Die Volkswagen Stiftung fördert das Vorhaben über einen Zeitraum von maximal 1,5 Jahren mit 120.000 Euro. Die zentralen Fragen des Forschungsprojekt von Prof. Michael Schmeiß, Direktor des Instituts für Mikroskopische Anatomie und Neurobiologie der Universitätsmedizin Mainz, lauten: Welche Auswirkungen hat Mobbing auf die molekulare Anatomie der Synapsen im Gehirn? Lassen sich synaptische Resilienzfaktoren identifizieren? Das zentrale Ziel besteht darin, potenzielle Ansatzpunkte für molekulare Präventivstrategien zu identifizieren, um mögliche Negativfolgen für das Gehirn wie Angst oder Depression zu vermeiden. Die beim Mobbing auftretenden Anfeindungen in verschiedenen täglichen Kontexten der sozialen Interaktion können verheerende Folgen für die Gesundheit der Mobbing-Opfer haben: Angst, Depression oder auch ein erhöhtes Selbstmordrisiko. Welche Moleküle an den den Synapsen hierbei beteiligt sind, wenn sich diese Form des psychischen Stresses auf das Gehirn niederschlägt, ist wissenschaftlich noch kaum verstanden. Das will Schmeißer mit dem neuen Forschungsprojekt ändern. In der von ihm konzipierten Studie „Deciphering synaptic resilience factors in the brain of a bullying mouse model” will er gemeinsam mit den Prof. Marianne Müller und Prof. Beat Lutz von der Universitätsmedizin Mainz und dem Deutschen Resilienz Zentrum (DRZ) Mainz untersuchen, welche Auswirkungen Mobbing auf die molekulare Anatomie der Synapsenpopulationen im Gehirn eines entsprechenden Mausmodells hat und ob sich synaptische Resilienzfaktoren identifizieren lassen. Ansatzpunkt seiner Forschungen ist die These, dass bei fast allen psychischen Erkrankungen die Synapsen im Gehirn fehlerhaft funktionieren. Um zu ergründen, warum dies so ist, will er die molekulare Anatomie der Synapsen, also jene Kontaktstellen, über die die Neuronen im Gehirn miteinander kommunizieren, besser verstehen. Basierend auf diesem Verständnis wäre es ein weiteres Ziel, in der Zukunft molekulare Strategien zu entwickeln, die verhindern, dass sich Mobbing negativ auf neuronale Schaltkreise auswirkt. Somit könnte man potentielle Negativfolgen für das Gehirn wie Angst oder Depression vermeiden. Mit ihrer Förderinitiative “Experiment!” will die Volkswagen Stiftung neue Forschungsvorhaben mit ungewissem Ausgang in der Startphase mit bis zu 120.000 Euro unterstützen und Forschern die Chance geben, ihre gewagte Forschungsidee auszutesten. Das Forschungsvorhaben von Schmeißer ist eines von 37 im Rahmen der Förderinitiative „Experiment!” geförderten und aus 645 eingegangenen Projektanträgen bewilligten Projekten. Maximal 18 Monate hat der Mainzer Wissenschaftler nun Zeit, erste Anhaltspunkte für die Tragfähigkeit seines Konzeptes zu gewinnen. Dazu kann auch gehören, dass das Forschungskonzept unerwartete Ergebnisse zu Tage fördert oder es als solches gänzlich scheitert. Denn auch daraus ließen sich gegebenenfalls Schlussfolgerungen ziehen und Lernerfolge generieren.
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