Forschungsteam versucht den Zelltod zu stoppen12. Oktober 2018 Neuritenwachstumsmessung von GFP-exprimierenden Neuronen. Der erste und letzte Zeitpunkt (0 min, 50 min) sind in Magenta und Cyan gezeigt. (© Busskamp Lab CRTD) Eine interdisziplinäre und internationale Forschergruppe hat die Funktion eines kleinen nicht kodierenden RNA-Moleküls, der sogenannten miRNA, in der bisher höchsten Auflösung entschlüsselt. Dies ermöglicht Anwendungen zur Stärkung von Nervenzellen, um sie vor neurodegenerativen Erkrankungen zu schützen. Die kleinen RNA-Moleküle wurden vor 25 Jahren entdeckt, aber noch weiß man wenig über ihren Einfluss auf die Genregulation von Boten-RNAs (mRNAs). Während computergestützte Studien die maximale Anzahl von miRNA-Interaktionen vorhersagen können, liefern experimentelle Studien in der Regel nur eine sehr kleine Anzahl von regulierten mRNAs. Das Forscherteam entdeckte, dass im Gegensatz zu früheren Annahmen die hirnspezifische miRNA (miR-124) während der neuronalen Entwicklung aus adulten menschlichen Stammzellen überflüssig ist, jedoch einen großen Einfluss auf das weitere neuronale Überleben hat. Das Team kombinierte sowohl experimentelle als auch bioinformatische Ansätze und führte eine detaillierte Systemanalyse von miR-124 durch. Sie fanden 98 von miR-124 regulierte Gene, die gleichzeitig gesteuert wurden. Viele dieser kontrollierten Gene hatten direkte physiologische Funktionen, insbesondere den Schutz der Neuronen vor dem Absterben. Die Forschergruppe untersuchte mit einem Berechnungsansatz auch indirekte Effekte, nämlich die miR-124-Zielgene, die selbst die Genexpression regulieren. “Unsere tiefen Einblicke in die miRNA Regulation können zu neuen biomedizinischen Anwendungen führen, die den Schutz von Nervenzellen vor Degeneration ermöglichen. Zudem konnten bisher Gene mit unbekannten Eigenschaften in den regulatorischen Netzwerken untersucht und ihnen neue Funktionen zugewiesen werden”, erklärte Dr. Volker Busskamp vom Zentrum für Regenerative Therapien Dresden der TU Dresden (CRTD). Seiner Einschätzung nach setzt der interdisziplinäre Ansatz der experimentellen Manipulation und der anspruchsvollen bioinformatischen Analyse neue Maßstäbe in der miRNA-Genregulationsforschung.
Mehr erfahren zu: "Zucker in der frühen Entwicklung könnte das spätere Demenzrisiko beeinflussen" Zucker in der frühen Entwicklung könnte das spätere Demenzrisiko beeinflussen Ein geringerer Konsum von Zucker während der Schwangerschaft sowie in den ersten ein bis zwei Lebensjahren könnte mit einem niedrigeren Demenzrisiko und einem späteren Krankheitsbeginn verbunden sein. Darauf weist eine […]
Mehr erfahren zu: "Neue Erkenntnisse zur Planung und Steuerung von Bewegungen im Gehirn" Neue Erkenntnisse zur Planung und Steuerung von Bewegungen im Gehirn Welche Neuronen im Gehirn steuern wie Bewegungen? Das haben Forschende aus Neurowissenschaften und KI im interdisziplinären Forschungszentrum BrainLinks-BrainTools der Universität Freiburg untersucht.
Mehr erfahren zu: "Biomarker gibt Hinweise auf schleichendes Fortschreiten bei Multipler Sklerose" Biomarker gibt Hinweise auf schleichendes Fortschreiten bei Multipler Sklerose Moderne Therapien können Schübe bei Multipler Sklerose (MS) heute wirksam verhindern. Dennoch kann die Erkrankung auch ohne Schübe fortschreiten. Ein neuer blutbasierter Biomarker könnte helfen, diesen Krankheitsverlauf und den Behandlungserfolg […]