Forschungsverbund will Prognose junger Darmkrebspatienten verbessern28. März 2022 Abbildung: © appledesign/stock.adobe.com Weltweit ist eine zunehmende Inzidenz von Darmkrebs im jüngeren Alter zwischen 20 und 50 Jahren zu beobachten. Der interdisziplinäre Forschungsverbund OUTLIVE-CRC will Angebote zur Vermeidung oder möglichst frühen Erkennung von Rückfällen nach Darmkrebs entwickeln. Die Prognose und Lebensqualität junger Patienten nach Darmkrebs zu verbessern: Dieses Ziel steht im Fokus des interdisziplinären Forschungsverbundes „OUTLIVE-CRC – Verbesserung der Prognose und Lebensqualität junger CRC-Patientinnen und -Patienten: Tertiärprävention durch Multimarker-Modelle & ernährungsmedizinische Interventionen“. Den Verbund koordinieren Dr. Stefanie Derer, Arbeitsgruppenleiterin am Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, und der Universität zu Lübeck, und Prof. Nikolas von Bubnoff, Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie des UKSH, Campus Lübeck, und Vorstand des Universitären Cancer Centers Schleswig-Holstein (UCCSH). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Vorhaben mit 6,6 Millionen Euro als „Forschungsverbund zur Prävention von Darmkrebs in jüngeren und künftigen Generationen“ im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs. Das Projekt ist für eine Laufzeit von sieben Jahren angelegt. Junge Darmkrebspatienten unter 50 Jahren sind rezidivgefährdet und ihre Teilhabe am beruflichen und sozialen Leben ist besonders stark beeinträchtigt. Daher sind neben wirksamen Vorsorge- und Früherkennungsprogrammen eine langfristige Nachsorge und eine Anpassung des Lebensstils erforderlich. Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Disziplinen wie Onkologie, Ernährungsmedizin, Gastroenterologie, Chirurgie, Epidemiologie und Systembiologie haben sich zusammengetan, um Angebote zur Vermeidung oder möglichst frühen Erkennung eines Rückfalls zu entwickeln. Im Rahmen des Verbundes OUTLIVE-CRC soll aus Stuhl- und Blutproben der Erkrankten Informationen unter anderem über den Darmstoffwechsel, das Darmmikrobiom und weitere molekulare Ebenen erfasst und mittels künstlicher Intelligenz analysiert werden. Die Forschenden wollen so Biomarker finden, die besonders frühzeitig auf entstehenden Krebs hinweisen. Auch soll der Einfluss personalisierter Ernährung untersucht werden. Eine Besonderheit des Verbundes ist die kontinuierliche Einbindung von Patienten, um die Forschung eng an den Bedürfnissen von Betroffenen und ihren Angehörigen auszurichten. Partizipation wird in den Teilprojekten in verschiedenen Abstufungen umgesetzt, zum Beispiel in Form von Beratung, Mitwirkung oder Zusammenarbeit. Am Forschungsverbund beteiligen sich verschiedene Einrichtungen des UKSH und der Universität zu Lübeck: Neben dem genannten Institut für Ernährungsmedizin und der Klinik für Hämatologie und Onkologie zählen dazu die Sektion für Ernährungsmedizin der Medizinischen Klinik I (Prof. Christian Sina), das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie (Prof. Alexander Katalinic und Prof. Ruth Deck), das Interdisziplinäre Centrum für Biobanking-Lübeck (Dr. Martina Oberländer), die Sektion für Translationale Chirurgische Onkologie und Biomaterialbanken der Klinik für Chirurgie (Prof. Timo Gemoll) sowie die Abteilung Medizinische Systembiologie (Prof. Hauke Busch). Weitere Partner sind das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg, die Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e. V. in Freiburg und die Perfood GmbH. Weltweit ist eine zunehmende Inzidenz von Darmkrebs im jüngeren Alter zwischen 20 und 50 Jahren zu beobachten. Hochrechnungen haben ergeben, dass bis 2030 die globale Inzidenz von Darmkrebs um rund 60 Prozent ansteigen wird; für das Jahr 2040 werden weltweit 3,2 Millionen neue Darmkrebsfälle prognostiziert. Es wird damit gerechnet, dass insbesondere europäische Länder von diesem besorgniserregenden Trend stark betroffen sind, der eine Herausforderung für das Gesundheitssystem darstellt.
Mehr erfahren zu: "Warum das Hepatitis-E-Virus keine Mäuse infizieren kann" Warum das Hepatitis-E-Virus keine Mäuse infizieren kann Viele Viren können sowohl Menschen als auch Tiere infizieren, so auch das Hepatitis-E-Virus. Es wird häufig über kontaminierte Fleischprodukte auf den Menschen übertragen. Mäuse galten bislang als weitgehend resistent gegen […]
Mehr erfahren zu: "Neu entdeckte Darm-Hirn-Verbindung verwandelt Mahlzeiten in Erinnerungen" Neu entdeckte Darm-Hirn-Verbindung verwandelt Mahlzeiten in Erinnerungen Erinnerungen werden meist im Gehirn verortet – die allgemeine Annahme ist, dass sie sich dort sowohl bilden als auch gespeichert werden. Offenbar spielt aber auch der Darm dabei eine Rolle, […]
Mehr erfahren zu: "Experimentelle Studie: Erhöhte Darmpermeabilität könnte Lebensmittelallergien verstärken" Experimentelle Studie: Erhöhte Darmpermeabilität könnte Lebensmittelallergien verstärken In einer kürzlich publizierten Studie haben deren Autoren festgestellt, dass Veränderungen des Darmmikrobioms bei Mäusen mit einer erhöhten Darmdurchlässigkeit („Leaky Gut“) sowie mit einer zunehmend starken Lebensmittelallergie in Zusammenhang standen.