Fortgeschrittener Kehlkopfkrebs: Datenlage spricht für radiotherapeutische Ansätze6. April 2018 Foto: © Coloures-Pic – Fotolia.com Durch verschiedene prospektive und randomisierte Studien konnte die organerhaltende Wirkung der Radiotherapie bei fortgeschrittenem Kehlkopfkrebs schrittweise etabliert werden. Eine breite Anwendung dieses Therapieregimes hat aber auch eine Diskussion über die Langzeitwirkung hervorgerufen, besonders innerhalb heterogener Patientenpopulationen und neuerdings bei Patienten im Stadium T3 (Tumor auf den Kehlkopf begrenzt, hat sich aber innerhalb des Kehlkopfes stark ausgebreitet). In einer retrospektiven Kohortenstudie wurden zwischen Januar 2004 und Dezember 2013 4003 Patienten mit T3N0M0 Kehlkopfkrebs chirurgisch bzw. radiotherapeutisch behandelt. Das mediane Follow-up betrug 58 Monate. Die Daten stammten aus National Cancer Database, die Datenanalyse fand zwischen September 2016 und April 2017 statt. Die verschiedenen Interventionen umfassten Radiotherapie, Chemoradiotherapie, Chirurgie, Chirurgie plus Radiotherapie oder Chirurgie plus Chemoradiotherapie. Primäres Ziel war das allgemeine 5-Jahres-Überleben. Letztendlich flossen die Daten von 2622 Patienten (2251 Männer [85,9 %] und 371 Frauen [14,1 %]; Durchschnittsalter 64 Jahre [19-90 Jahre]) in die Analyse ein. Allgemein lag die adjustierte Wahrscheinlichkeit für ein 5-Jahres-Überleben in dieser Kohorte bei 53 %. Es konnten zwischen der primären Chirurgie (53 %; 95 % Konfidenzintervall, 48-57 %) und der primären Radiotherapie (54 %; 95 % Konfidenzintervall, 52-57 %) keine statistischen Unterschiede ausgemacht werden. Nach multivariater Analyse ergab sich, dass Patienten im fortgeschrittenen Alter eine niedrige Chance auf das allgemeine Überleben haben (Risikoquotient 1,04; 95 % Konfidenzintervall, 1,03-1,04). Auch der Versicherungsstatus (Risikoquotient 1,26; 95% Konfidenzintervall, 1,06-1,50) sowie zunehmende Komorbiditäten (Risikoquotient 1,20; 95 % Konfidenzintervall, 1,02-1,42) trugen zur Abnahme der Überlebenswahrscheinlichkeit bei. Das gegenwärtige Management von glottischen T3N0M0-Tumoren beruht in weiten Teilen auf Maßnahmen, die die organerhaltende Radiotherapie beinhalten. Die vorliegende Studie unterstützt nach Dafürhalten der Autoren diese Therapieansätze, da so auch das Gesamtüberleben nicht negativ beeinflusst werde. (am)
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