Fournier-Gangrän: Höhere Morbidität und Mortalität bei weiblichen Patienten6. März 2025 Grafik: Generative AI – stock.adobe.com Bei weiblichen Patienten übersteigt die Inzidenz der Fournier-Gangrän die Angaben früherer Berichte, mit etwas schlechteren Ergebnissen im Vergleich zu männlichen Patienten. Das ist das Fazit einer Studie von Forschern der University of California in San Francisco (USA). Die Forscher nutzten die Daten des National Inpatient Sample der USA aus den Jahren 2016–2020, um Fournier-Gangrän-Fälle zu identifizieren. Sie extrahierten dabei demografische, komorbiditäts- und verfahrensbezogene Variablen. Mithilfe von multivariablen Regressionsmodellen wurden Mortalitätsrisikofaktoren für die männliche und die weibliche Kohorte analysiert. Die Wissenschaftler identifizierten 2875 weibliche (31%) und 6451 männliche Patienten (69%) mit Fournier-Gangrän, was einer Zahl von 14.375 (95%-Konfidenzintervall [KI] 13,784–14.966) bzw. 32.255 (95%-KI, 31.390–33.120) Fällen entspricht. Weibliche Patienten starben häufiger als männliche (7,1% vs. 5,7%; p<0,0001). Die medianen Inzidenzraten betrugen 1,7 (Interquartile Range [IQR] 1,5–1,8) bzw. 4 (IQR 3,6–4,3) Fälle pro 100.000 Personenjahre für weibliche bzw. männliche Patienten. Weibliche Patienten hatten ein höheres medianes Alter, eine längere Aufenthaltsdauer im Krankenhaus, höhere Kosten sowie mehr Prozeduren und Raten an künstlichen Stuhlableitungen, aber weniger Routine-Entlassungen als männliche Patienten (p<0,05). Weitere Ergebnisse waren: Weibliche Patienten mit nicht weißer Hautfarbe hatten im Vergleich zu weiblichen Patienten mit weißer Hautfarbe ein erhöhtes Mortalitätsrisiko (Odds Ratio [OR] 1,49; 95%-KI 1,07–2,07; p=0,019). Ein längeres Intervall bis zum ersten perinealen Debridement korrelierte sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Patienten mit einer höheren Mortalitätswahrscheinlichkeit (OR 1,02; 95%-KI 1–1,04; p=0,034 vs. OR 1,03; 95%-KI; 1,01–1,05; p<0,0001). Eine Diabetes-Erkrankung senkte die Mortalitätswahrscheinlichkeit bei weiblichen und männlichen Patienten (OR 0,68; 95%-KI, 0,47–0,99; p=0,046 vs. OR 0,54; 95%-KI, 0,41–0,7; p<0,0001). (ri/ms)
Mehr erfahren zu: "Androgenrezeptor-Degrader zeigt gute Ergebnisse bei metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs" Weiterlesen nach Anmeldung Androgenrezeptor-Degrader zeigt gute Ergebnisse bei metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs In einer kürzlich unter der Leitung der Yale University (New Haven, USA) durchgeführten klinischen Studie zeigte ein neuartiges Medikament gegen Prostatakrebs vielversprechende Ergebnisse bei der Verringerung der Tumoraktivität und der […]
Mehr erfahren zu: "Chirurgen zwischen verschiedenen Kulturen und Ausbildungssystemen" Chirurgen zwischen verschiedenen Kulturen und Ausbildungssystemen In der DKOU-Session „Diversity matters” beschrieb ein junger Arzt aus Indien die Herausforderungen, die er als Assistenzarzt in Orthopädie und Unfallchirurgie ebenso wie viele andere Ärztinnen und Ärzte mit Migrationshintergrund […]
Mehr erfahren zu: "KIM-1 als vielversprechender Biomarker beim Nierenzellkarzinom" Weiterlesen nach Anmeldung KIM-1 als vielversprechender Biomarker beim Nierenzellkarzinom Das Kidney Injury Molecule 1 (KIM-1) könnte einen vielversprechender Biomarker in der Therapie des fortgeschrittenen klarzelligen Nierenzellkarzinoms (ccRCC) und des papillären Nierenzellkarzinoms (pRCC) darstellen. Das ergibt eine explorative Analyse der […]