Freiburg: Klinik für Neuropädiatrie und Muskelerkrankungen unter neuer medizinischer Leitung6. Mai 2022 Seit 1. April ist Prof. Janbernd Kirschner neuer Ärztlicher Direktor der Klinik für Neuropädiatrie und Muskelerkrankungen des Universitätsklinikums Freiburg. (Bild: Universitätsklinikum Freiburg) Prof. Janbernd Kirschner ist seit 1. April 2022 Ärztlicher Direktor der Klinik für Neuropädiatrie und Muskelerkrankungen des Universitätsklinikums Freiburg. Nach Studium und Facharztausbildung forschte Kirschner zunächst am Children’s Hospital of Philadelphia, USA, bevor er als Oberarzt und Forschungsgruppenleiter am Universitätsklinikum Freiburg tätig war. 2019 folgte er einem Ruf auf die W3-Professur für Neuropädiatrie an die Universität Bonn und kehrt nun nach Freiburg zurück. Am Universitätsklinikum Freiburg kümmert sich Kirschner mit einem interdisziplinären Team um Säuglinge, Kinder und Jugendliche mit Verletzungen, Fehlbildungen oder Krankheiten des Gehirns, der Nerven oder der Muskeln. Fortschritte in der Behandlung der Spinalen Muskelatrophie (SMA) Ein Schwerpunkt seiner klinischen Forschung sind neuromuskuläre Erbkrankheiten mit meist schwerem Verlauf und geringer Lebenserwartung. Dazu gehört unter anderem die Spinale Muskelatrophie (SMA). Mit rund 1500 Betroffenen in Deutschland gehört die SMA zu den seltenen Erkrankungen, ist aber zugleich eine der häufigsten genetisch bedingten Todesursachen von Säuglingen und Kleinkindern. In den vergangenen Jahren konnten allerdings große Fortschritte in der Behandlung erzielt werden: „Besonders bemerkenswert ist die seit 2020 zugelassene Gentherapie der SMA. Dabei wird durch eine einmalige Infusion die fehlende Erbinformation mit Hilfe eines Virusvektors in den Körper eingeschleust. Diesen Bauplan können die Nervenzellen dann über viele Jahr nutzen“, erläutert Kirschner. Forschungsteam hat Register aufgebaut Um auch die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit dieser Therapien zu bewerten, hat er mit seinem Forschungsteam in Freiburg ein entsprechendes Register aufgebaut. „Therapieforschung bei Seltenen Erkrankungen gelingt nur durch eine intensive nationale und internationale Vernetzung“, erklärte Kirschner. Für das deutsche Gesundheitswesen hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) kürzlich beschlossen, dass alle mit der Gentherapie behandelten Patienten in dem Register erfasst und beobachtet werden müssen. „Mittelfristig hoffen wir natürlich, auch andere Erbkrankheiten mit solch innovativen Therapien behandeln zu können und beteiligen uns an entsprechenden Studien“, so Kirschner weiter.
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