Frühe Entstehung des Pankreaskarzinoms: Schlüsselprotein identifiziert5. August 2026 Abbildung/KI-generiert: TOWSIA/stock.adobe.com Für ihre wissenschaftlichen Leistungen bei der Aufklärung von molekularen Mechanismen bei der Entstehung von duktalen Adenokarzinomen des Pankreas ist Dr. Anne Theres Schneider vom Universitätsklinikum Düsseldorf kürzlich mit dem Adolf-Kußmaul-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Die Wissenschaftlerin erforscht seit Jahren zelltodassoziierte Signalwege bei Leber- und Pankreaskarzinomen mit dem Ziel, neue Therapieoptionen für bislang schwer behandelbare Tumoren zu ermöglichen. Das Team um Schneider konnte kürzlich einen zentralen molekularen Regulator in frühen Stadien der Pankreaskarzinom-Entstehung identifizieren und charakterisieren. Entsprechende Forschungsergebnisse wurden im Journal „Nature Communications“ publiziert. TAK1: eine mögliche therapeutische Zielstruktur Die Wissenschaftler um Schneider konnten einen zentralen molekularen Regulator identifizieren und charakterisieren, der in den frühen Stadien der Pankreaskrebsentstehung von großer Bedeutung ist: das Enzym TAK1 (Transforming Growth Factor-β-Activated Kinase 1). Die Experten halten dieses Eiweiß für eine vielversprechende Zielstruktur, um neue Therapien zu entwickeln, die in frühen Stadien der Pankreaskrebs-Entstehung wirksam sein könnten. Ein zentrales Frühereignis bei der Entstehung eines duktalen Adenokarzinoms des Pankreas ist, dass einige Drüsenzellen ihre spezialisierte Funktion verlieren und in Pankreasgang-ähnliche Vorläuferzellen umprogrammiert werden. Eigentlich ist das ein normaler Reparaturmechanismus des Körpers, um nach Gewebeschäden die Regeneration zu ermöglichen. Wenn jedoch eine bestimmte genetische Mutation vorliegt (KRAS-Mutation), entstehen Vorstufen bösartiger Zellen, die schließlich zur Entwicklung eines Karzinoms, eben des PDAC führen. Das Enzym TAK1 wird durch Signalwege aktiviert, die an der initialen Re-Programmierung von Pankreasdrüsenzellen beteiligt sind. Es hemmt den programmierten Zelltod und fördert auf diese Weise das Überleben von Krebsvorstufen. Dem Forschungsteam ist es unter anderem gelungen nachzuweisen, dass sich mit der pharmakologischen Hemmung von TAK1 die Tumorentstehung unterbinden lässt. „Aufbauend auf diesen Daten wird aktuell ein systematisches Library-Screening hochspezifischer TAK1-Inhibitoren durchgeführt“ erklärt Schneider. Dabei konnten bereits in der ersten Screening-Runde zehn vielversprechende Kandidaten für medikamentöse Hemmstoffe von TAK1 identifiziert werden. Diese werden nun zunächst tierexperimentell geprüft. „Meine Forschung zielt damit auf die Etablierung innovativer Strategien zur gezielten Steuerung von Zelltodprozessen mit dem übergeordneten Ziel, neue therapeutische Perspektiven für bislang schwer behandelbare Tumore zu schaffen.“ Über den Adolf-Kußmaul-Preis Der diesjährige von der Dr. Falk Pharma GmbH – Scientific & Educational Excellence Partner der Falk Foundation gestiftete und mit 5000 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen der 36. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie in Heidelberg verliehen. Die Auszeichnung geht seit dem Jahr 1991 jährlich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die mit ihren Originalarbeiten herausragende Beiträge zur Gastroenterologiue und Hepatologie leisten.
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