Frühe Salvage- versus adjuvante Strahlentherapie nach radikaler Prostatektomie: Ähnliche biochemische Kontrolle bei weniger Nebenwirkungen2. März 2021 Foto: ©DOC RABE Media – stock.adobe.com Australische Wissenschaftler haben den biochemischen Verlauf nach radikaler Prostatektomie zwischen Patienten mit adjuvanter vs. Salvage-Strahlentherapie verglichen. Die Salvage-Strahlentherapie erfüllte nicht die Kriterien für die Nichtunterlegenheit. Dennoch stützen die Ergebnisse ihre Anwendung, da sie zu einer ähnlichen biochemischen Kontrolle wie die adjuvante Strahlentherapie führte, etwa die Hälfte der Männer von der Beckenbestrahlung verschonte und mit einer signifikant geringeren urogenitalen Toxizität verbunden war. Die randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie wurde an 32 Zentren in Australien und Neuseeland durchgeführt. Geeignete Patienten wiesen einen ECOG-Status von 0–1 und einen postoperativen PSA-Wert von ≤0,10 ng/ml sowie Merkmale mit hohem Risiko auf. Insgesamt 333 Patienten wurden randomisiert (166 für die adjuvante und 167 für die Salvage-Strahlentherapie; 27.03.2009–31.12.2015). Eine frühe Salvage-Strahlentherapie wurde durch einen PSA-Wert von ≥0,20 ng/ml ausgelöst. Als Kriterium für Nichtunterlegenheit der Salvage-Strahlentherapie galt eine Freiheit von biochemischer Progression nach 5 Jahren ≤10 % derjenigen für die adjuvante Strahlentherapie, bei einer Hazard Ratio für Salvage- vs. adjuvante Strahlentherapie von 1,48. Das mediane Follow-up betrug 6,1 Jahre (IQR 4,3–7,5). Ein Komitee empfahl die vorzeitige Schließung der Registrierung aufgrund niedriger Ereignisraten. In der Gruppe mit Salvage-Strahlentherapie erhielten 84 Patienten (50 %) eine solche Bestrahlung. Die Freiheit von biochemischer Progression über 5 Jahre betrug 86 % (95 %-KI 81–92) mit adjuvanter Strahlentherapie vs. 87 % (95 %-KI 82–93) in der Gruppe mit Salvage-Strahlentherapie (stratifizierte HR 1,12; 95 %-KI 0,65–1,90; p[Nichtunterlegenheit]=0,15). Die Rate urogenitaler Toxizitäten von Grad ≥2 war in der Gruppe mit Salvage-Strahlentherapie (90/167 [54 %]) niedriger als in der anderen (116/166 [70 %]). Die Raten gastrointestinaler Toxizitäten Grad ≥2 fielen in der Gruppe mit Salvage- (16 [10 %]) und jener mit adjuvanter Strahlentherapie (24 [14 %]) ähnlich aus. (sf) Publikation: Kneebone A et al. Adjuvant radiotherapy versus early salvage radiotherapy following radical prostatectomy (TROG 08.03/ANZUP RAVES): a randomised, controlled, phase 3, non-inferiority trial. Lancet Oncol 2020;21(10):1331–1340.
Mehr erfahren zu: "Nierenzellkarzinom ASPSCR1::TFE3: Neue Ansatzpunkte für die Therapie identifiziert" Weiterlesen nach Anmeldung Nierenzellkarzinom ASPSCR1::TFE3: Neue Ansatzpunkte für die Therapie identifiziert Aktuelle Studienergebnisse aus China deuten auf neue zielgerichtete und immuntherapeutische Strategien zur Behandlung des Nierenzellkarzinoms (RCC) ASPSCR1::TFE3 hin.
Mehr erfahren zu: "Prostatakrebs: STAMPEDE-Analyse zeigt Einfluss von Metastasierungsvolumen und Nodalstatus" Weiterlesen nach Anmeldung Prostatakrebs: STAMPEDE-Analyse zeigt Einfluss von Metastasierungsvolumen und Nodalstatus Eine Post-hoc-Analyse von fünf Studien der STAMPEDE-Plattform (Systemic Therapy in Advancing or Metastatic Prostate Cancer: Evaluation of Drug Efficacy) zeigt, wie verschiedene PSA-Nadir-Werte während der Behandlung mit dem Gesamtüberleben zusammenhängen.
Mehr erfahren zu: "Sacituzumab Govitecan plus Pembrolizumab als perioperative Therapie bei muskelinvasivem Blasenkrebs" Weiterlesen nach Anmeldung Sacituzumab Govitecan plus Pembrolizumab als perioperative Therapie bei muskelinvasivem Blasenkrebs Die perioperative Gabe von Sacituzumab Govitecan plus Pembrolizumab bei Patienten mit muskelinvasivem Blasenkrebs hat in einer aktuellen Studie eine vielversprechende Gesamtansprechrate (ORR) ohne Nebenwirkungen des Grades 4 oder höher gezeigt. […]