Frühere Menopause und hohes kardiovaskuläres Risiko können zu kognitiven Problemen führen10. April 2024 Foto: © toa555/stock.adobe.com Eine neue Studie der Universität von Toronto, Kanada, zeigt, dass eine frühere Menopause (vor dem 49. Lebensjahr) in Kombination mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für spätere kognitive und Gedächtnisprobleme assoziiert ist. Es sei zwar bekannt, dass kardiovaskuläre Risikofaktoren das Demenzrisiko erhöhen, aber es sei weniger bekannt, warum Frauen ein höheres Risiko für die Alzheimer-Krankheit haben als Männer, betont Jennifer Rabin von der Universität von Toronto, Kanada. „Wir haben untersucht, ob die hormonelle Umstellung in der Menopause, insbesondere der Zeitpunkt der Menopause, eine Rolle bei diesem erhöhten Risiko spielen könnte. Wir fanden heraus, dass eine frühere hormonelle Umstellung bei gleichzeitigem Vorliegen kardiovaskulärer Risikofaktoren mit größeren kognitiven Problemen verbunden ist als bei gleichaltrigen Männern“, kommentiert Rabin ihre Forschung. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht. Teilnehmer im Durchschnitt 65 Jahre alt An der Studie nahmen 8360 Frauen und 8360 Männer teil, die im Rahmen der Canadian Longitudinal Study on Aging erfasst wurden. Das Durchschnittsalter der weiblichen Teilnehmer bei der Menopause lag bei 50 Jahren. Alle Teilnehmer waren zu Beginn der Studie im Durchschnitt 65 Jahre alt und wurden drei Jahre lang beobachtet. Die Forscher teilten die Teilnehmerinnen in drei Gruppen ein: diejenigen, die zwischen 35 und 48 Jahren eine frühe Menopause erlebten, zwischen 49 und 52 Jahren eine mittlere Menopause und zwischen 53 und 65 Jahren eine späte Menopause. Die Forscher untersuchten auch, ob sie eine östrogenhaltige Hormontherapie angewendet hatten. Bei allen Teilnehmern überprüften die Forscher sechs kardiovaskuläre Risikofaktoren. Zu Beginn und am Ende der Studie wurden die Teilnehmer einer Reihe von Denk- und Gedächtnistests unterzogen. Die Forscher berechneten für jede Person eine kognitive Punktzahl. Anschließend untersuchten die Forscher den Zusammenhang zwischen dem kardiovaskulären Risiko und den kognitiven Werten der weiblichen Teilnehmer in den drei Gruppen und verglichen sie mit demselben Zusammenhang bei den männlichen Teilnehmern. Ergebnisse der Untersuchung Nach Bereinigung um Faktoren wie Alter und Bildung stellten die Forscher fest, dass weibliche Teilnehmer mit früherer Menopause und höherem kardiovaskulären Risiko drei Jahre später niedrigere kognitive Werte aufwiesen. Für jede Standardabweichung, um die sich das kardiovaskuläre Risiko erhöht, zeigten weibliche Teilnehmerinnen mit früherer Menopause einen Rückgang der kognitiven Werte um 0,044 Standardabweichungen, verglichen mit männlichen Teilnehmern derselben Altersgruppe, die einen Rückgang der kognitiven Werte um 0,035 Standardabweichungen zeigten. Die Forscher fanden keinen ähnlichen Zusammenhang bei weiblichen Teilnehmern mit mittlerer oder späterer Menopause. Eine Hormontherapie hatte keinen Einfluss auf die Ergebnisse. „Unsere Studie deutet darauf hin, dass eine frühere Menopause die Auswirkungen eines hohen kardiovaskulären Risikos auf den kognitiven Abbau verschlimmern kann“, betont Rabin. „Da unsere Studie die Teilnehmer nur drei Jahre lang begleitet hat, sind weitere Untersuchungen über längere Zeiträume erforderlich. Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass das Alter in der Menopause sowie das kardiovaskuläre Risiko bei der Entwicklung von Präventionsstrategien für den kognitiven Verfall berücksichtigt werden sollten“, so die Forscherin. Einschränkungen der Studie Eine Einschränkung der Forschung bestand darin, dass das Alter der Menopause selbst angegeben wurde und die Teilnehmer sich möglicherweise nicht genau an dieses Alter erinnerten. Eine weitere Einschränkung bestand darin, dass die Forscher Teilnehmerinnen, die eine Hysterektomie angaben, nicht einbezogen, da das Alter des Eingriffs nicht bekannt war. Außerdem lagen keine Daten darüber vor, ob den Teilnehmerinnen ein oder beide Eierstöcke operativ entfernt worden waren.
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