Früherkennung präinvasiver glandulärer Läsionen hat sich verbessert

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Im Jahr 2020 wurde in Deutschland das kombinierte Zervixkarzinom-Screening mittels Zytologie und HPV-Test ab dem 35. Lebensjahr eingeführt. Seither hat sich die Früherkennung präinvasiver glandulärer Läsionen verbessert. Zudem gibt es Hinweise auf eine Reduktion invasiver Erkrankungen in der Screeningpopulation.

Trotz der rückläufigen Inzidenz und Mortalität des Zervixkarzinoms nach Einführung des opportunistischen zytologischen Screenings blieb insbesondere bei Adenokarzinomen eine diagnostische Lücke bestehen; dies ist auf die geringere Sensitivität der konventionellen Zytologie für glanduläre Läsionen im Vergleich zu Plattenepithelläsionen zurückzuführen und führte zu einer stagnierenden oder nur leicht ansteigenden Inzidenz von Adenokarzinomen. Seit 2020 wird in Deutschland für Frauen ab 35 Jahren ein kombiniertes Screening mittels HPV-Testung und Zytologie empfohlen und verzeichnet signifikante Erfolge.

Mehr Vorstufen nach Einführung des kombinierten Screenings

Das zeigt eine Auswertung der Daten des deutschen Krebsregisters, deren Ergebnisse im „Deutschen Ärzteblatt International“ veröffentlicht wurden. Eingeschlossen wurden Frauen, bei denen zwischen 2016 und 2022 – also vor und nach Einführung der Ko-Testung – ein Adenocarcinoma in situ (ACIS) oder ein invasives Adenokarzinom der Zervix diagnostiziert worden war.

Insgesamt umfasste die Analyse 4128 Patientinnen mit ACIS und 6244 Patientinnen mit invasivem Adenokarzinom. Bei Frauen zwischen 35 und 64 Jahren führte die Einführung des kombinierten Screenings zu einem signifikanten Anstieg der ACIS-­Diagnosen. Der durchschnittliche jährliche Zuwachs lag bei 17,3 Prozent (95 %-KI 14,9–19,6). Besonders stark war der Anstieg ab 2020 mit 27,5 % (95 %-KI 17,4–38,5).

Erste Hinweise auf Rückgang invasiver Adenokarzinome

Ab 2021 zeigte sich in derselben Altersgruppe ein rückläufiger Trend bei den invasiven Adenokarzinomen (-10,8 %; 95%-KI -22,7 bis 2,8). Auch bei Frauen ab 65 Jahren stieg die ACIS-Inzidenz, während die Inzidenz für Adenokarzinome leicht zurückging.

Die Autorengruppe um PD Dr. Roxana Schwab von der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und
Frauengesundheit der Universitätsmedizin Mainz betont die Relevanz qualitätsgesicherter, organisierter Programme. Zudem bestehe Bedarf an zusätzlichen Biomarkern für HPV-negative Adenokarzinome. Nur auf diesem Weg lasse sich das Präventionspotenzial des Screenings voll nutzen. (nec/lj)